Diary // Was sich auf dem Blog in Zukunft ändern wird

Collage mit Fotos

Als ich anderen von meiner Schwangerschaft erzählt habe, fragten viele Freundinnen und Bekannte gleich danach, wie es mit dem Blog weitergeht. Ob ich jetzt Mama-Bloggerin werde oder wie ich mir das Ganze denn vorstellen würde. Meine klare Antwort war immer ‘Nein’, denn ich werde zwar Mutter, aber ich bleibe trotzdem immer noch ich. Mit den gleichen Interessen, mit den gleichen Gedanken – bloß, dass bald eine neue Dimension hinzukommt.

Auch wenn ich das Gefühl habe, relativ entspannt an die ganze Sache heranzugehen, beschäftigt mich die Schwangerschaft in letzter Zeit doch sehr. In den ersten Wochen war das noch anders. Als der Bauch noch nicht gewachsen ist, war auch die Situation für mich nicht wirklich greifbar und alles erschien mir fast so wie immer, außer dass Alkohol, Zigaretten und diverse Käsesorten aus meinem Leben verschwunden sind. Seit einigen Wochen wächst Erbse allerdings munter vor sich hin – oder besser gesagt: tritt täglich munter vor sich hin – sodass ich gar nicht anders kann, als ständig an ihn zu denken.

Diese intensiven Momente, eine wachsende Murmel und nicht zuletzt die Hormone haben bei mir also vieles auf den Kopf gestellt und meinen Fokus nicht geändert, aber zumindest erweitert. Klaro, ich arbeite wie gewohnt, ich treffe meine Freund*innen abends am Späti zum Plausch bei einem (alkoholfreien) Bierchen, ich gehe auf Konzerte oder unternehme Reisen und möchte mich von der Schwangerschaft so wenig wie möglich einschränken lassen. Auf der anderen Seite räume ich aber auch schon die Wohnung um, lese anstatt Romanen (gute!) Schwangerschaftsratgeber und frage mich, über welches Kuscheltier sich Erbse wohl am meisten freuen würde – auch wenn ihm das anfangs sicherlich herzlich egal ist.

Viele neue Themen, die mit zunehmender Größe des Bauches vermutlich ebenso in meinem Leben weiter zunehmen werden, auch wenn sie es nicht gänzlich bestimmen sollen. Themen, die von nun an einfach dazugehören, genauso wie mein Interesse für Mode, für Reisen oder für die Kultur. Themen, die man, wie ich finde, auch anders besprechen kann als mit erhobenem Zeigefinger von (werdender) Mama zu (werdender) Mama, so wie es mir momentan leider sehr oft vorkommt. Als Erfahrungsbericht, vielleicht auch als Empfehlung – als kleiner Einblick, wie es ist, plötzlich Mama zu werden.

Nein, Goldfasan wird kein Mutti-Blog und ich werde hier über die gleichen Dinge schreiben, wie bisher. Aber es wird eine neue Kategorie hinzukommen – Familie – in der sich alles um diesen neuen Lebensabschnitt dreht. Ohne den großen Babybrei-Guide oder den ultimativen Schnullervergleich – dafür mit kleinen Eindrücken aus meinem Alltag als (Bald-)Mama. Übrigens ein Thema, das euch laut Blog-Statistik doch sehr zu interessieren scheint und darüber freue ich mich sehr.

Überhaupt finde ich, man muss sich nicht für die eine oder andere Sache entscheiden. Goldfasan war ohnehin schon immer ein Spiegel meiner Persönlichkeit – und das soll der Blog auch in Zukunft bleiben. Dazu zählen alle Dinge, die mich im Leben beschäftigen, mit und ohne Kind. Es gibt ein schönes Zitat von Simone de Beauvoir, das die Situation wie sie ist perfekt beschreibt:

Ich liebe das Leben so sehr und verabscheue den Gedanken,
eines Tages sterben zu müssen.
Und außerdem bin ich schrecklich gierig;
ich möchte vom Leben alles,
ich möchte eine Frau, aber auch ein Mann sein,
viele Freunde haben und allein sein,
viel arbeiten und gute Bücher schreiben,
aber auch reisen und mich vergnügen,
egoistisch und nicht egoistisch sein …

Ich für meinen Teil möchte Mutter sein – aber alles andere möchte ich auch.

3 Kommentare

  1. Antworten
    Julia

    Ein wundervoller Beitrag! Und einer, der mir noch mehr Lust macht, deinen Blog weiterzuverfolgen 🙂
    Ich werde selbst in ein (?), zwei (?) Wochen Mama und auch mir stellen viele die Frage, ob es jetzt bei mir auf Instagram nur noch Babycontent gibt… ich finde es schön, denn das Leben bekommt mit dem Kind einen ganz neuen, aufregenden Aspekt! Aber in dem man sein Mama-Kostüm anzieht, zieht man nicht alles andere aus und legt es ins Eck.
    Noch bevor ich schwanger war hätte ich mir gewünscht, dass es mehr Blogs gibt, die das Thema Familie aufgreifen, ohne es sofort zum absoluten Mittelpunkt zu machen. Und ich bin mir sicher, dass du das hier auch ganz wunderbar hinbekommen wirst 🙂

    Wünsche dir noch eine tolle Schwangerschaft
    Liebe Grüße,
    Julia

    1. Antworten
      Sonja Author

      Danke für deinen lieben Kommentar 🙂
      Ich finde es auch sehr merkwürdig, dass alle denken, man ist entweder nur Mama oder nur Frau, beste Freundin – was auch immer. Wieso kann man nicht einfach alles sein? Freue mich schon auf das neue Thema, aber ich glaube neben dem vielen Baby-Input im Alltag können andere Themen auch sehr befreiend sein.

      Alles Gute für euch!

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