Meine Top 10 der gut(gemeint)en Schwangerschaftsratschläge

Stubenwagen im Vintage Design

Ich befinde mich gerade mal im fünften Monat und bin schon jetzt ziemlich genervt. Man hört ja öfter davon, aber so richtig bekommt man es eben doch erst mit, wenn man tatsächlich schwanger ist. Da hat plötzlich jede*r einen (oder gleich mehrere) gute Tipps parat und überhaupt weiß auch jede*r andere auf einmal viel besser, was gut für die werdende Mama ist, als sie selbst. Ich bin mir im Klaren darüber, dass all diese Ratschläge nur lieb gemeint sind und manchmal freue ich mich auch über die große Anteilnahme. Dennoch sind nicht alle schwangeren Frauen gleich, sogar ganz im Gegenteil, und was bei der einen richtig ist, kann bei der anderen wiederum ganz anders sein. Aber vor allem sind manche Dinge sehr persönlich und deshalb Privatsache – könnten die Betroffene sogar verletzen.

Um kurz einen kleinen Spoiler und meinen Favoriten vorwegzunehmen: Letzte Woche prophezeite mir meine Zahnarzthelferin anhand meiner Bauchform das Geschlecht meines Kindes. Als ich sie darauf hinwies, dass ich es noch nicht wüsste, war ihr die Situation auf einmal sichtlich unangenehm. Ja, es soll Eltern geben, die bis zur Geburt warten, bis sie sich über einen Jungen oder ein Mädchen freuen. Deshalb wäre es angebracht, vor wilden Spekulationen zumindest erst einmal nachzufragen, ob man das Bauchorakel überhaupt hören möchte. Wie auch immer, ehrlich gesagt fürchte ich derzeit. dass die Anzahl solcher Aussagen mit der zunehmenden Größe meines Bauches eher wachsen als abnehmen wird. Meine Top Tipps, die ich in den letzten Monaten bekam, habe ich heute mal für euch aufgelistet – vielleicht kommen sie der ein oder anderen bekannt vor?

  1. Sag dem kompletten Flugpersonal vorher Bescheid, dass du schwanger bist – auch schon am Check-in.
  2. Das Kind darf aber keinen dreisilbigen Vornamen haben, das klingt sonst komisch mit eurem Nachnamen.
  3. Also nee, überlegt euch doch mal einen flotteren, modernen Namen. 
  4. Das muss ein Junge sein, so spitz wie dein Bauch ist!
  5. Was, schon im fünften Monat? Dann muss dein Bauch aber langsam wirklich mal wachsen.
  6. Du weißt aber schon, dass in alkoholfreiem Bier auch Restalkohol ist? 
  7. In der DDR haben wir damals alle unsere Katzen abgeschafft, wenn wir schwanger waren. Das ist doch gefährlich!
  8. Nimm’ noch einen Teller, du musst jetzt für zwei essen.
  9. Nach der Geburt musst du aber schnell wieder Sport machen, wenn du so aussehen willst wie vorher.
  10. Also ich hatte mich im vierten Monat schon auf 20 Kita-Wartelisten eingetragen. 

Eigentlich könnte ich diese Liste beliebig lang fortführen, Futter gibt es jedenfalls genug. Zu guter Letzt möchte ich euch aber nur noch den besten Tipp ans Herz legen, den ich wirklich bekommen habe – und zwar von meiner lieben Hebamme: Wenn ihr schwanger seid, dann lasst euch ein dickes Fell gegen gutgemeinte Ratschläge wachsen. Denn ihr selbst wisst am allerbesten, was euch und eurem Kind gut tut!

3 Kommentare

  1. Antworten
    Isa

    Haha, ich bin so froh, dass ich gerade keinen meiner 1000 Ratschläge lese, aber dafür müsstest du wahrscheinlich einen extra Post anlegen. Knutscher

  2. Antworten
    Judith

    Ich musste so lachen bei dem Text.. Ich bin im sechsten Monat schwanger und habe schon überlegt, eine Liste mit “guten” Ratschlägen anzulegen, die ich niemals anderen Schwangeren geben möchte. Eine meiner Lieblingssituationen ist, wenn mich jemand fragt, wie wir uns die Elternzeit vorstellen, um am Ende zu sagen: “Ja, plant ruhig mal, am Ende wird das sowieso alles nicht klappen”…Manche scheinen auch schnell zu vergessen, wie es selbst war schwanger zu sein. Aber es ist gut zu wissen, dass es anderen Schwangeren auch so geht ;-).

    1. Antworten
      Sonja Author

      Danke für deinen Kommentar 🙂 Oh ja, die Elternzeit ist auch so ein schönes Thema.
      Ich habe vor allem das Gefühl, dass viele Frauen, die vor längerem schwanger waren, diese ganze Zeit komplett verklären und es im Nachhinein ganz anders sehen, als es vermutlich war. Zb in Bezug auf die Aussage von so vielen: “Also mein Kind hat von Anfang an durchgeschlafen.” Hmmm ja, bestimmt!

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