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Reisetagebuch // Bonjour Provence!

Mittlerweile kann ich mit Fug und Recht von mir behaupten, eine kleine Frankreich-Kennerin zu sein. Nicht nur, dass ich ein gutes Glas Rotwein und einen leckeren Käse sehr zu schätzen weiß, auch sprachlich, geografisch und kulturell kenne ich mich zwischen Bretagne und Côte d’ Azur eigentlich ziemlich gut aus. Während meines Bachelors habe ich nämlich unter anderem Französische Philologie studiert und ein Auslandssemester in Montpellier gemacht. Während meiner Kindheit war außerdem das schöne Elsaß eines der liebsten Reiseziele meiner Familie. Umso mehr freute ich mich, dass wir nach einer längeren Pause wieder einmal nach Frankreich in den Urlaub gefahren sind, um etwas provenzalische Lebensart genießen zu können.

Genau genommen war unsere erste Station nach dem Flug über die Alpes de Haute Provence der Flughafen in Nizza, von wo aus wir mit unserem Mietwagen nach Apt (etwa 80 km westlich von Verdon) fuhren, denn dort lag unser formidables Feriendomizil für die nächsten zwei Wochen: ein Häuschen mit eigenem Garten und Pool! Bis auf einen riesigen Wochenmarkt ist in Apt eigentlich nicht sonderlich viel los. Das macht aber nichts, denn man kann hier trotzdem oder gerade deswegen wunderbar entspannen und – wenn man mit dem Auto unterwegs ist – von der kleinen Stadt aus die gesamte Provence erkunden. Und genau das haben wir dann auch getan…

provence urlaub

provence apt ferienhaus

Unser erstes Reiseziel war Avignon. Jeder, der die Provence besucht, muss auf jeden Fall mal dort gewesen sein. Die größte Sehenswürdigkeit ist zweifellos der Papstpalast, im 14. Jahrhundert haben die Päpste nämlich mal für rund 100 Jahre in Avignon residiert – quasi wie Gott in Frankreich. Da ich schon zwei mal dort war, haben wir uns eine Besichtigung diesmal aber geklemmt und uns bei dem schönen Wetter lieber ein wenig in der Stadt umgesehen. Von dem Park über’m Palast aus hat man eine wunderbare Aussicht über das Tal der Rhône und sieht von hier oben auch die berühmte “Pont d’Avignon”, die allerdings gerade saniert wurde. So richtig lohnt sich der teure Eintritt meiner Meinung nach aber sowieso nicht. Von oben ist der Blick viel schöner:

pont d'avignon

avignon

Eine Entdeckung, die ich komischerweise erst dieses Mal gemacht habe: Überall in der Provence (zumindest Ende April/Anfang Mai) blühen Jasmin-Büsche! Ich kannte den Duft bisher nur synthetisch und da mag ich ihn ehrlich gesagt gar nicht. Umso erstaunter war ich, wie gut diese Blume in Wirklichkeit riecht. Wenn ich mal groß bin und einen Garten habe, weiß ich also schon, was dort als allererstes gepflanzt wird…

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Wer gerne Meeresfrüchte isst, kommt in der Provence voll auf seine Kosten. Auf jedem Markt und in jedem Supermarché gibt es super günstigen Fisch, Garnelen und sogar frische Jakobsmuscheln in richtig guter Qualität. Ich habe mich quasi zwei Wochen lang von nichts anderem ernährt… naja doch, als Beilage gab es nämlich beinahe jeden Tag grünen Spargel. Die Stangen sind dort viel dünner und zarter als die, die man aus Deutschland kennt. Kleiner Tipp: Karamellisiert schmecken sie mit etwas grobem Meersalz aus der Camargue am besten! Dazu passt ein herrlicher Rosé aus der Region. Den gibt es auf der Welt nirgends so gut wie hier.

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Der Blick beim Frühstück aus unserem Esszimmer: Der Grand Luberon und das kleine Bergdörfchen Saignon.

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Katzenbesuch hatten wir auch jeden Tag. Da hat man sich gleich wie zu Hause gefühlt 🙂

provence terasse

Die schöne Stadt Nîmes ist auch in jedem Fall einen Besuch wert. Hier gibt’s eine alte Arena und einen wunderschönen Stadtpark mit Aussichtsturm. Generell fährt man in der Provence quasi von einem Weltkulturerbe zum nächsten, in fast jeder größeren Stadt und auch im Umland hat man jede Menge zu sehen. Zum Bummeln und Essen gehen kann ich Nîmes nur empfehlen, zum Spazieren sind die Parkanlagen mit ihren Gärten sehr schön.

arena Nîmes außen

arena Nîmes

Noch ein Weltkulturerbe: Die “Pont du Gard” ist eines der am besten erhaltenen Aquädukte aus der Römerzeit. Seit dem Mittelalter wurde es auch als Brücke benutzt. Wirklich beeindruckend! Die Anfahrt ist für uns über Avignon und Nîmes zwar etwas weit gewesen, hat sich jedoch absolut gelohnt. Man kann ganz nah bis auf die Felsen im Fluss klettern, auf denen das Bauwerk errichtet ist, und sportbegeisterte können sogar auf einer Tour durch das Gebiet mit dem Kajak unter den imposanten Bau hindurch paddeln.

pont du gard

Der Ausblick aus unserem Bett am Morgen: Urlaub pur!

Und mein Lieblingsausblick von unserer Terrasse. Das kleine Dorf Saignon auf dem Rücken der Berge. Diese Bergdörfchen gibt es dort überall und jedes einzelne hat seinen ganz eigenen Charme.

saignon

Ein Säulengang in Arles: Weltkulturerbe. Wie sollte es anders sein..arles

Die wunderschöne Aussicht über die Rhône von der Arena in Arles.

rhone arles

Dort waren wir auch im “Musée Réattu”, das vor allem für seine Sammlung von Picasso-Zeichnungen bekannt ist, die der Meister selbst noch zu Lebzeiten gestiftet hat. Neben seinen typischen vom Kubismus geprägten Bildern gibt es auch ein erstaunlich klassisch gehaltenes Portait seiner Mutter. Zusätzlich werden hier auch Architektur und Fotografie ausgestellt.

Musée Réattu

Les Baux-de-Provence, ebenfalls Weltkulturerbe mit spektakulärem Ausblick. Unbedingt ansehen! Der Aufstieg ist zwar etwas mühsam, jedoch wird man mit der schönsten Ansicht der ganzen Provence belohnt. Ganz nebenbei gibt es hier in der Gegend auch eines der besten Olivenöle in ganz Südfrankreich.

Baux-de-Provence

Kanarischer Kartoffelsalat mit Garnelen und dazu ein Glas Crémant: Die Provence lässt bei uns keine Wünsche offen.

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Marktbesuch in Aix-en-Provence. Dort haben wir endlich mein Lieblingsgericht in der provenzalischen Küche – nämlich Zucchiniblüten – gekauft … und natürlich den unvermeidlichen grünen Spargel. Wer gern auf Märkten stöbert und vor allem gern isst und trinkt, findet in der Provence sein Paradies. Jedoch gibt es für jeden etwas zu entdecken, da die meisten Märkte auch Handwerk, Kunsthandwerk, Kleidung und Mitbringsel aller Art anbieten. Dabei wirkt alles immer noch (zumindest bei uns in der Nebensaison) recht authetisch und angenehm. Die Menschen in der Provence sind darauf bedacht, aus der Region kein Disneyland werden zu lassen.

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kräuter der provence

In Roussillon wird Ocker abgebaut, weshalb der gesamte Ort in der typischen Farbe erstrahlt. Im “Restaurant David” kann man wunderbar schmausen und auch das Lavendeleis dort schmeckt ganz vorzüglich! Dabei genießt man einen wunderbaren Blick über das Tal und seine roten Felsen.

Roussillon

bonnieux

Lieblingsdessert auf unserer Terrasse: Fruchtbowle mit Sommerblüten aus dem eigenen Garten <3

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Der Ort Cavaillon ist zwar nicht gerade schön, aber der Wochenmarkt hier zählt zu den besten der Region. Produkte aus dem Umland so weit das Auge reicht – von echten provenzalischen Slippern über Hüte bis hin zu Gewürzen, Blumen und Gemüse. Hier gibt es alles, was die Gegend zu bieten hat.  Für uns gab es diesmal (zur Abwechslung) weißen Spargel aus einem Örtchen 3 km vom Markt entfernt, durch das wir später selbst noch hindurch gefahren sind.

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Noch ein Urlaubs-Highlight: wilde Flamingos im Languedoc-Roussillon. Eine Reise in die Camargue lohnt sich nicht nur wegen dem eigenartigen Nordsee-Flair mitten in Südfrankreich, sondern auch wegen der erstaunlichen Tierwelt und dem leckeren Essen! Neben den Flamingos, die es in Naturparks in freier Wildbahn zu sehen gibt, ist die Region noch für seine weißen Pferde und das aus dem Meer gewonnene Salz berühmt.

flamingo camargue

Kleine Kirche im Bergdörfchen Gordes: Die Kirchen in der Provence sind zwar nicht so pompös ausgestattet, wie ihre Pendants in Paris, Italien oder Spanien, haben durch ihre Lage jedoch meist ein ganz eigenes Flair. Oft ist die Kirche der höchste Punkt eines Bergdörfchens und bildet so eine zentrale Anlaufstelle für das Leben in der Region.

kirche gordes

An der Quelle “Fontaine de Vaucluse”: Die größte Quelle Europas ist einer der schönsten Orte, die wir in unseren Urlaub besucht haben. Obwohl der Weg zum See, der sich unter dem Berg hervorschiebt und die Vaucluse speist sehr touristisch ist, hat der Ort etwas sehr Romantisches. Man findet immer eine Stelle abseits des Trubels. Wir haben uns auf eine Felsmauer mitten im Fluss gesetzt, die von einem Park aus erreichbar war. Dort zu sitzen und dem Wasserrauschen zuzuhören, war einer der schönsten Momente, die ich je erlebt habe.

fontaine de vaucluse

fontaine de vaucluse liebe

fontaine de vaucluse brücke

Unser gemütliches Esszimmer und Suchbild: Wo sitzt Katze Flauschi? Ein typischer Abend in unserem Häuschen.

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Auch das Amphitheater in Orange ist Weltkulturerbe und eines der am besten erhaltenen römischen Theater. Dort steht sogar noch die Statue des Kaisers Augustus an seinem ursprünglichen Fleck! Aus anderen römischen Bauwerken wurden solche Statuen meist geklaut oder schlicht zerstört. In Orange ist alles wie durch ein Wunder sehr detailliert erhalten. Selten bekommt man von den alten Römern so ein beeindruckendes Bild. Larger than Life war da das Motto. Es wirkt in echt wirklich noch größer als es auf dem Bild aussieht!

orange amphitheater

Die Höhe des Amphitheaters war mir allerdings nicht so ganz geheuer, um ehrlich zu sein …

orange theater

Da freute ich mich schon eher wieder auf den bevorstehenden Snack: Ziegenkäse mit Olivenöl und Salz aus der Region.

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Den habe ich dann übrigens stilecht in meinem Lieblingsfummel von Monki zu mir genommen.

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Am letzten Tag haben wir unseren Urlaub dann in Marseille ausklingen lassen. Da wir vor einigen Jahren schon mal für zehn Tage dort waren, konnten wir uns einfach auf die schönsten Fleckchen der Stadt konzentrieren und entspannt das Meeresrauschen genießen. Das nächste mal werden wir der Côte d’ Azur sicherlich wieder etwas mehr Zeit widmen müssen – es ist einfach so schön!

marseille provence

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Allerschönster Sonnenuntergang hinter unserem Ferienhäuschen: Was für ein schöner Abschluss.

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