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Lesetipp // 3 Neuerscheinungen im Oktober

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Obwohl ich studierte Literaturwissenschaftlerin bin, muss ich zugeben, dass ich mich bisher immer eher für altbekannte Klassiker als für zeitgenössische Literatur interessiert habe. Genau deshalb habe ich mir überlegt, ab sofort monatlich eine kleine Liste mit verschiedenen ausgewählten Neuerscheinungen zu veröffentlichen, um mich und euch literarisch auf dem Laufenden zu halten. Den Anfang machen diese drei Schätzchen:

Cover Sophia, der Tod und ich1. Sophia, der Tod und ich von Thees Uhlmann

Wenn Thees Uhlmann, Sänger der Band Tomte, ein neues Buch veröffentlicht, ist das sicherlich nicht nur für Fans der Indie-Rock-Band interessant. Zwar hat der Künstler bereits im Jahr 2000 die Tocotronic Tourtagebücher Wir könnten Freunde werden herausgebracht und schrieb zwischenzeitlich für Magazine wie Intro, Spex, Visions oder Musikexpress – ein Roman  ist jedoch ganz neu auf seiner Schaffensliste.

“Vor der Tür des Erzählers steht ein Mann, der ihm ähnlich sieht und behauptet, er sei der Tod und wolle ihn mitnehmen. Er habe noch ungefähr drei Minuten zu leben. Zwischen den beiden entspinnt sich eine absurd-witzige Diskussion, in der es um Kopf und Kragen, um die Insel Juist, den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Zu seiner Verwunderung gelingt es dem Tod nicht, den Erzähler sterben zu lassen. Ein spektakulärer Roadtrip beginnt. Gemeinsam mit seiner Exfreundin Sophia und dem Tod macht sich der Erzähler auf den Weg zu seiner Mutter und zu seinem sieben Jahre alten Sohn, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, dem er aber Tag für Tag eine Postkarte schreibt.
Es geht auf eine Reise zwischen Himmel und Hölle – und um die Frage, ob es das alles überhaupt gibt. Eine Reise, die geprägt ist durch die Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen wie: Muss der Tod pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? – Und die große Frage, was denn besser ist, »to burn out or to fade away«? »Sophia, der Tod und ich« ist eine irrsinnig lustige, berührende Suada, druck- und kraftvoll in jeder Zeile. Man liest, lacht, zerfließt in Melancholie und birst vor Freude, dass man noch am Leben ist.”

Kiepenheuer & Witsch – 18,99 Euro

Cover Nullnummer

2. Nullnummer von Umberto Eco

Als Kulturwissenschaftlerin kommt man im Studium um Umberto Eco einfach nicht herum. Ob als Einführung in die Semiotik oder zur Übersetzung im Italienisch-Lesesprache-Kurs – Der Name der Rose war wohl eines der meist zitierten Werke in meinem Studiengang. Deshalb interessiert mich jetzt aber auch mal, was der weltbekannte italienische Schriftsteller, Philosoph und Medienwissenschaftler sonst noch so zu sagen hat und bin gespannt auf seinen neuen Roman, der Mitte Oktober im Handel erscheint.

“Mailand, 6. Juni 1992, nachts. Bei dem Journalisten Colonna ist eingebrochen worden. Die Diskette mit brisanten Informationen hat man nicht gefunden, Colonna sieht jetzt sein eigenes Leben bedroht. Auch er spielt ein Doppelspiel: Er soll eine Zeitung lancieren, die mit schmutzigen Gerüchten über die gute Gesellschaft arbeitet. Zugleich schreibt er als Ghostwriter ein Enthüllungsbuch über den programmierten Skandal. Umberto Eco entwickelt eine rasante Kriminalgeschichte zwischen Wirtschaft, Politik und Presse. Und einen ironischen, provozierenden Roman über das 21. Jahrhundert: Je absurder die Nachrichten, desto deutlicher erkennt man die Gesellschaft von heute.”

Hanser Literaturverlage – 21,90 Euro

Cover Die Menschheit hat den Verstand verloren

3. Die Menschheit hat den Verstand verloren von Astrid Lindgren

Die Todesnachricht von Astrid hat sicher viele von uns getroffen. So viele Kindheitserinnerungen verbinde ich mit den fabelhaften Werken der schwedischen Schriftstellerin und kann mich dabei gar nicht entscheiden, welches mein Lieblingsbuch ist – Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Karlsson vom Dach oder die Geschichten aus Bullerbü. Jetzt bringt der Ullstein Verlag ihre Tagebücher aus den Jahren 1939-1945 heraus, in denen Astrid Lindgren über ein sehr dunkles Kapitel ihres Lebens während des Zweiten Weltkriegs berichtet und dort wichtige Fragen aufwirft, die gerade heute aktueller denn je sind.

“Astrid Lindgren hat unsere Kindheit geprägt. Mit Pippi Langstrumpf und Wir Kinder aus Bullerbü hat sie unseren Blick auf die Welt verändert. Ihre Geschichten handeln von Mut, Hoffnung, Liebe und Widerstand. Noch bevor diese Bücher entstanden, schrieb sie ihre Gedanken über das dunkelste Kapitel des 20. Jahrhunderts nieder: den Zweiten Weltkrieg. Nachdenklich und betroffen, aber auch mit dem so unverwechselbaren Tonfall stellt Astrid Lindgren in ihren Tagebüchern wichtige Fragen, die heute wieder von erschreckender Aktualität sind: Was ist gut und was ist böse? Was tun, wenn Fremdenfeindlichkeit und Rassismus das Denken und Handeln der Menschen bestimmen? Wie kann jeder Einzelne von uns Stellung beziehen? Neben dem Kriegsgeschehen erzählt sie von ihrem Familienleben und den ersten Schreibversuchen: 1944 schenkt sie ihrer Tochter das Manuskript von Pippi Langstrumpf zum Geburtstag. Das persönliche Zeitdokument einer sehr klugen Frau, die schon immer den Blick für das große Ganze hatte.”

Ullstein Buchverlage – 19,90 Euro

Titelbild via Instagram/roxbylane 

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