Kopf, Lifestyle, Musik
Schreibe einen Kommentar

Set des Monats // Durch den Oktober mit Konstantin Sibold

Konstantin Sibold Plattenkiste

Foto: Konstantin Sibold

Der Sommer ist vorbei, das kann man mittlerweile leider nicht mehr ignorieren. Gerade im Büro fällt es mir immer wieder auf, dass die Tage langsam kürzer und die Nächte wieder länger werden. Das muss jedoch nicht zwangsläufig schlecht sein – schon gar nicht für alle Tanzmäuse unter uns. Den idealen Rausschmeißer für die warme Jahreszeit hat kürzlich übrigens Konstantin Sibold auf dem “Plötzlich am Meer” gespielt.

Ihr Lieben, schnürt mal lieber schnell die Tanzschuhe, denn dieses Set ist in allen Belangen überdimensional. Mit seinen beinahe 3,5 Stunden wirkt es zwar zunächst in der Tat ein wenig abschreckend – denn wie soll man eine so lange Zeit sinnvoll füllen? Viele Sets dieser Länge sind – zumindest wenn man nicht selbst dabei gewesen ist – oft die pure Langeweile. Die meisten DJs nutzen einen so großen Slot, um mal verträumt in der Plattenkiste rumzukramen und die Sachen zu spielen, die sie schon immer mal spielen wollten – mit mal mehr und mal weniger Erfolg. Ich kann zwar nur von mir selbst sprechen, aber seien wir mal ehrlich: In 3,5 Stunden ist man während der Tanznacht meistens viermal an der Bar, zweimal auf dem Klo und unterhält sich mindestens eine Stunde lang mit irgendwem. Da ist die Musik dann irgendwann Nebensache.

Bei Konstantin Sibold kommt es jedoch anders, als man denkt. Dass der DJ in der Oberliga angekommen ist, weiß der geneigte Hörer spätestens seit “Madeleine”. Doch selbst für jemanden so Etabliertes kommt ein solches Set ziemlich überraschend. Namen sind oft Schall und Rauch – vor allem, wenn man bedenkt, dass manche DJs über 100 Gigs im Jahr spielen. Dass sich jemand bei einem so langen Set gerade keine Pause gönnt, ist aller Ehren wert.

Im letzten Jahr waren wir selbst auf dem “Plötzlich am Meer”-Festival und sind dort leider für drei Tage im Regen versunken. Trotzdem war es ziemlich schön, wenn auch etwas chaotisch. Im Nachhinein betrachtet war das Lineup jedoch etwas dünn. Wir haben oft die Erfahrung gemacht, dass die Headliner meist die große Erwartung an sie nicht erfüllen. Das war einer der Gründe, weshalb wir uns in diesem Jahr dagegen entschieden haben, zu dem Festival zu fahren. Der dreieinhalbstündige Musikbeweis von Konstantin Sibold zeigt jedoch, dass das vielleicht ein Fehler war.

Das Set fesselt nämlich ohne Frage. 3,5 Stunden lädt uns Sibold dazu ein, seine Plattenkiste zu entdecken. Zur Überraschung hat er wirklich nur Knaller im Gepäck: Groovende Beats, Klangflächen, den ein oder anderen 80s-Synthie-Sound – gespickt mit mehreren Hits aus letztem, diesem und wahrscheinlich auch nächstem Jahr. Wer es nach drei Stunden dann auch noch schafft, ein solches Finale hinzustellen, hat sich das Krönchen für den besten Festival-Tanz-Marathon redlich verdient. Allein für die letzten 25 Minuten müsste man dem DJ einen Preis verleihen: Oxia, Radiohead und zum Schluss – wie sollte es anders sein – Madeleine. Boom.

Es ist eines dieser Sets, die man nebenbei laufen lässt und sich zwischendrin immer wieder dabei erwischt, aus dem Nichts mitzuwackeln. Es ist aber auch eines, das man zu später Stunde zum Tanzen anmacht und sich um nichts mehr zu kümmern braucht.  Und vor allem ist es eines dieser Sets, bei denen man es bedauert, sie nicht live gesehen zu haben. Umso schöner ist es jedoch, dass es diese Aufnahme gibt. Los geht’s:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.