Empfehlung // 5 Bücher, die ich zuletzt gelesen habe

Stuhl mit Bücherstapel

Für viele Dinge, die ich gern tun würde, nehme ich mir im Alltag zu wenig Zeit. Dazu gehörte lange auch das Lesen – eigentlich eine meiner liebsten Beschäftigungen seit Kindertagen – und diese Liebe hat mit meinem Studium der Literaturwissenschaft nicht aufgehört. Aber eben auch eine sehr zeitfressende Beschäftigung, die je nach Lektüre nicht immer beiläufig, beim Bahnfahren oder kurz vorm Schlafengehen, funktioniert. Denn gute Bücher haben mehr verdient, als nur nebenbei überflogen zu werden. Diesen Freiraum habe ich mir zum Glück wieder geschaffen und zeige euch heute fünf tolle Werke, die zuletzt auf meinem Bücherstapel gelandet sind und die ich euch uneingeschränkt empfehlen kann.

Ernest Hemingway: Paris, ein Fest fürs Leben

Buchcover von Hemingway - Paris, ein Fest fürs Leben

Das perfekte Buch für alle, die die Zwanzigerjahre auch so sehr lieben und sich manchmal so fühlen, als seien sie in der falschen Zeit geboren.

“Als Hemingway 1956 nach Paris zurückkehrte, ließ er sich aus dem Keller des Hotels Ritz seine alten Koffer bringen.
Sie enthielten Tagebücher und Aufzeichnungen aus den Zwanzigern, seiner Zeit als Auslandskorrespondent.
Hemingway nahm sich diese frühen Notizen vor und formte daraus den Roman seiner Pariser Jahre. Für ihn war es eine glückliche, prägende Zeit, als er an der Seine angelte, bescheidene Gewinne beim Pferderennen in Champagner umsetzte, mit Gertrude Stein, James Joyce, Ezra Pound und F. Scott Fitzgerald zusammentraf.
Hemingways letztes Buch führt zu seinen Anfängen zurück: Es ist eine Feier des Lebens und des Schreibens, ein Erinnerungsbuch voll jugendlicher Kraft und melancholischem Humor, das nun, neu übersetzt, erstmals in der vom Autor hinterlassenen Fassung vorliegt.”

Erschienen bei rowohlt, 10 Euro

Ariel Levy – Gegen alle Regeln

Buchcover von Ariel Levy - Gegen alle RegelnEine Geschichte von Liebe und Verlust, in der sich hin und wieder sicherlich einige von uns wiederfinden können: “Ich wollte dasselbe, was jeder von uns wollte: alles. Wir suchen einen Partner, der uns vertraut ist, einen Liebhaber, der exotisch und aufregend ist. Wir wollen jugendliche Abenteurer sein und reife Mütter. Aber alles kann es für uns nicht geben.”

“Die erfolgreiche New Yorker Journalistin Ariel Levy hat eine aufregende Affäre, eine liebevolle Ehepartnerin und den Wunsch nach einem Kind. Emanzipiert lebt sie nach ihren eigenen Regeln. Doch als sie eine Fehlgeburt erleidet, bricht alles auseinander.

Im fünften Monat schwanger reist Ariel Levy nach Ulan Bator in die Mongolei, um für eine ihrer Reportagen zu recherchieren. Kurz nach der Ankunft hat sie starke Schmerzen im Unterleib und bringt ihr Baby allein auf dem Badezimmerboden des Hotelzimmers zur Welt. Für wenige kostbare Minuten lebt ihr Sohn. Traumatisiert von ihrem Verlust und taub vor Schmerz tritt sie einige Tage später die Heimreise an. Ein Anknüpfen an ihr altes Leben ist nicht möglich, denn sie scheint ihrer Identität beraubt: Ihr Körper schreit nach seiner Mutterrolle und verhindert eine Rückkehr in ein vertrautes Frauendasein. Ariels Ehepartnerin Lucy hat sich zu diesem Zeitpunkt in den Alkohol und aus der Beziehung geflüchtet. So zersplittert das selbstdefinierte Leben der 37-Jährigen. Allem beraubt, bleibt ihr nur noch die Liebe zur Sprache.”

Erschienen bei Knaur, 19,99 Euro

Joachim Meyerhoff – Alle Toten fliegen hoch

Buchcover von Joachim Meyerhoff - Alle Toten fliegen hoch

Der erste Teil einer großen Romanreihe. Eine mitreißende Geschichte von Liebe, Fremde, Verlust und Selbstbehauptung. Sensibel erzählt, selbstironisch und unheimlich witzig.

“Von der ersten Seite an folgt der Leser gebannt Meyerhoffs jugendlichem Helden, der sich aufmacht, einen der begehrten Plätze in einer amerikanischen Gastfamilie zu ergattern. Aber schon beim Auswahlgespräch in Hamburg werden ihm die Unterschiede zu den weltläufigen Großstadt-Jugendlichen schmerzlich bewusst. Konsequent gibt er sich im alles entscheidenden Fragebogen als genügsamer, naturbegeisterter und streng religiöser Kleinstädter aus – und findet sich bald darauf in Laramie, Wyoming, wieder, mit Blick auf die Prärie, Pferde und die Rocky Mountains.
Der drohende Kulturschock bleibt erst mal aus, der Stundenplan ist abwechslungsreich, die Basketballsaison steht bevor, doch dann reißt ein Anruf aus der Heimat ihn wieder zurück in seine Familie nach Norddeutschland – und in eine Trauer, der er nur mit einem erneuten Aufbruch nach Amerika begegnen kann.”

Erschienen bei KiWi, 10,99 Euro

Max Frisch – Andorra

Buchcover von Max Frisch - AndorraTypische Schullektüre, die ich in meinem Deutschkurs damals allerdings nicht gelesen habe. Meiner Meinung nach ist die Thematik derzeit aktueller denn je.

“Die Kernzelle von Andorra findet sich in Max Frischs Tagebuch als Eintragung des Jahres 1946. Andorra ist der Name für ein Modell: Es zeigt den Prozeß einer Bewußtseinsveränderung, abgehandelt an der Figur des jungen Andri, den die Umwelt so lange zum Anderssein zwingt, bis er es als sein Schicksal annimmt. Dieses Schicksal heißt in Max Frischs Stück »Judsein«. Das Schauspiel erschien als Buchausgabe zuerst 1961.”

Erschienen bei Suhrkamp, 6 Euro

Julia Korbik – Oh, Simone

Buchcover von Julia Korbik - Oh, Simone!Simone de Beauvoir habe ich während meiner Studienzeit kennen und lieben gelernt. Julia Korbik erzählt auf unterhaltsame Weise über Leben und Werk der feministischen Schriftstellerin und macht Lust, noch viel mehr Bücher von ihr zu verschlingen (sowohl von Julia als auch von Simone!).

“Simone de Beauvoir: Große Denkerin des 20. Jahrhunderts, eine Ikone des Feminismus – aber warum sollten sich junge Frauen für sie interessieren? Weil sie fantastische Romane und präzise Analysen gesellschaftlicher Entwicklungen schrieb und ihrem Partner Jean-Paul Sartre an analytischer Schärfe in nichts nachstand; eine Frau, die schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts für ihre Freiheit kämpfte, emanzipiert und unabhängig.
Julia Korbik wirft einen frischer Blick auf die Frau, die Schriftstellerin, die Philosophin und die Feministin. Simone de Beauvoir schillert in ihrem Buch in all ihren Facetten: Man erfährt, welche Themen sie interessierten, welche Bücher sie las, welche Personen ihr nah standen, was sie inspirierte und wie ihr Alltag aussah. Oh, Simone! überrascht, lädt zum Stöbern ein und zeigt: Es lohnt sich, kritisch zu denken und das zu tun, wofür man brennt.”

Erschienen bei Rowohlt, 12,99 Euro

2 Kommentare

  1. Antworten
    Elisa

    Wirklich tolle Empfehlungen! Einiges davon ist direkt auf meine Wunsch- und Leseliste gewandert. 😉

    Liebste Grüße,
    Elisa

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