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Hochzeit // Als Bräutigam in kurzer Hose – geht das?

Bräutigam im Vintage Dandy Stil

Bei unserer Hochzeit haben wir den Dresscode sehr offen gelassen. Eigentlich gab es überhaupt keinen, außer, dass jeder so kommen sollte, wie er oder sie es gerne mag. Ganz egal, ob mit Kleid, Anzug oder Jogginghose – jeder sollte sich an diesem Tag wohlfühlen. Natürlich kamen daraufhin einige Fragen, denn niemand wollte zu over- beziehungsweise underdressed erscheinen. Als ich dann von unseren Outfits und speziell dem von Moritz erzählte, staunten die meisten von ihnen nicht schlecht: Als Bräutigam in kurzen Hosen? Wirklich? – Ja, wirklich!

Bräutigam im Vintage Stil mit Zylinder und kurzer Hose

Unsere Feier fand Anfang Juli statt und natürlich war nicht abzusehen, wie das Wetter in Brandenburg an diesem Tag sein würde. Moritz hatte sich jedoch von vornherein dazu entschieden, mitten im Sommer nicht im klassischen Anzug zu heiraten, denn erstens würde es (hoffentlich) viel zu warm dafür werden und zweitens wäre das einfach nicht er gewesen. Also haben wir uns gemeinsam auf die Suche nach Alternativen begeben. Fest stand nur, dass das Outfit Hosenträger und eine Fliege haben soll – inspiriert vom Dandy-Stil. Weil dieser aber nicht unbedingt sommertauglich ist und auch nicht recht zu einer Gartenparty passte, mussten wir ein wenig impovisieren. 

Bräutigam mit Zylinder

Im Prinzip stand der Großteil des Bräutigam-Looks recht schnell: Langärmeliges weißes Hemd, dunkelblaue Fliege mit Pünktchen, Hosenträger in demselben Farbton und schwarze Lederschuhe. Die Suche nach der passenden Hose gestaltete sich da schon etwas schwieriger. Sie sollte ebenfalls dunkelblau sein, nicht zu schick, aber auch nicht zu lässig und eben dünn genug für einen heißen Sommertag. Anzughose und Jeans fielen also aus und nach einer langen erfolglosen Recherche klickten wir schließlich auch auf die Rubrik mit kurzen Hosen – und wurden fündig. 

Brautpaar im Vintage-Stil in Brandenburg

In Onlineshops wie Zalando oder ASOS gibt es nämlich jede Menge Shorts, die nicht nach Strandurlaub oder Wochenendausflug aussehen. Hosen, die zwar kurz sind, dabei aber trotzdem elegant wirken. Unsere Wahl fiel – passend zur Fliege – auf ein dunkelblaues Modell mit weißen Punkten und war die perfekte Kombination zu dem übrigen Outfit. Eine kurze Hose kann man, je nach Thema, natürlich nicht zu jeder Art von Feier tragen und auch im Standesamt oder der Kirche ist sie nicht richtig angebracht. Bei unserem Gartenfest mit freier Trauung unterm Apfelbäumchen war dieser vintage-inspirierte, praktische und sommertaugliche Look jedoch genau das Richtige und überhaupt nicht fehl am Platz. Letztendlich geht es doch darum, dass man sich bei seiner eigenen Hochzeit pudelwohl fühlt und den ganzen Tag lang unbeschwert sein kann, ohne irgendwelche Erwartungen erfüllen zu müssen. Auch dann, wenn das heißt, die übliche Kleiderordnung über Bord zu werfen … 

Das Outfit im Überblick: 

 

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Fotos: willstdumitmirgehen.berlin

Bräutigam mit schwarzen Lederschuhen

Bräutigam mit Blumenanstecker und Zylinder

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Collage mit Tipps zu Bräutigam in kurzer Hose

2 Kommentare

  1. In kurzen Hosen zu heiraten ist prinzipiell keine schlechte Idee. Elegant ist das natürlich nicht. Aber warum nicht mal lässig heiraten? Ist doch mal was Neues.
    Was mir aber nicht gefällt ist, dass hier versucht wurde “elegant” rüber zu kommen und das dann auch noch mit einer kurzen (!) Hose zu kombinieren.
    Wenn schon kurze Hose, dann sollte diese auch so richtig schön nach Strand aussehen.
    Gerne auch Flip-Flops dazu.
    So aber sieht das ganze Outfit total nach kleiner Schuljunge aus. In vielen Internaten müssen die Schüler auch heute noch kurze Hose zu ihrer Schuluniform tragen.

    Es ist halt auch etwas paradox: Unten (also die Beine) sind nackt, der ganze Oberkörper aber total verhüllt und das auch noch mit einer Fliege, so dass der Träger kaum noch Luft bekommt. Oben lang und unten Kurz schaut halt komisch aus. Andersrum (oben kurz und unten lang), hingegen wäre OK. Kurze Hosen haben halt immer etwas kindliches an sich.
    Generell finde ich die kurze Hose auch zu lang. Bis Mitte Oberschenkel und dann Kniestrümpfe dazu, würde aus meiner Sicht besser aussehen als diese Sokkenlosigkeitsvortäuschsokken mit den albernen Bermudas.
    Wir haben auch ein eigenes Forum für kurze Hosen, in dem wir Euch gerne beraten:
    http://www.kurzehosenforum.de
    PS: Dort wird nichts verkauft! Ist ein reines Diskussionsforum.

    • Moritz sagt

      Hallo Lukas,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Bei allem Respekt vor deinen Hinweisen und eurem fachmännischen Forum, finde ich es etwas befremdlich aus der Anonymität heraus ein Aussehen derart zu kritisieren, um dann später nur auf eine andere Plattform zu verweisen. Wenn die Leute bei Anfragen dort genauso subjektiv und überkritisch auseinandergenommen werden, frage ich mich wo der Anreiz liegen soll einmal vorbei zu schauen.

      Natürlich sei dir deine Meinung zum Thema gelassen, aber wie mir scheint ist sie geprägt von Vorurteilen mit einem Hauch Schubladendenken. Das kurze Hosen nur gut im Urlaub aussehen würden, ist jedenfalls rein modisch ziemlich altbacken. Das man diese vor allen in den Sommermonaten wunderbar tragen kann ohne “so richtig schön nach Strand” auszusehen, zeigen die Sommerkollektionen der letzten Jahrzehnte (! – Ausrufezeichen in Klammern für weiteren Nachdruck habe ich mir einfach mal abgeguckt) recht deutlich.

      Das es “elegant” wirken sollte ist zunächst erst einmal eine Unterstellung. Eleganz liegt im Auge des Betrachters und ist abhängig von der Definition. Wer von einer Hochzeit im Anzug aus dem Brautmodengeschäft ausgeht, mag so empfinden wie du. Wer eher an die beste Sonntagsgarderobe eines Handwerkers (siehe in Kombination Hosenträger und vererbter Zylinder) denkt – wie ich – kann dem ganzen eventuell etwas mehr abgewinnen. Der Wortsinn bedeutet (frei nach dem Duden):

      – (von der äußeren Erscheinung) durch Vornehmheit, Harmonie besonders der Kleidung oder der Form, Machart o. Ä. auffallend
      – in gewandter, geschickter Weise ausgeführt
      – kultiviert, erlesen

      Man kann sicherlich darüber diskutieren, wo und wie diese 3 Punkte in meinem Beispiel zutreffen. Sie aber komplett von der Hand zu weisen wie du, lieber Lukas, wird jedoch so gut wie unmöglich.

      Wenn man also jemandem Hilfe und Beratung anbietet, sollte man darauf achten, dass man zwischen Begriffen wie “Schuljungen” und “albern” nicht die Höflichkeit verliert (von der Orthographie ganz zu schweigen). Tut man das nicht, bleibt in der Außendarstellung leider nicht viel mehr übrig als ein Internet Troll, der für eine andere Plattform wirbt (auf der die angepriesene Beratung nicht einmal geleistet wird, da ein entsprechender Bereich oder Thread gänzlich fehlt).

      Trotzdem vielen Dank, dass du uns an deiner Meinung teilhaben lässt. Hier kommentiert es sich ja schließlich auch etwas bequemer als in eurem schicken 8-Bit Forum (was vor allem in Kombination mit dem Bild der todschicken Cargo-Hose allein ja schon Beweis genug für eure Stilsicherheit ist).

      Gruß

      Moritz
      (ja, ich mag es in Klammern zu schreiben)

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