Essen auf Bali // Der große Restaurant Guide 2020

Neben jeder Menge Strandspaziergängen, Bergwanderungen, Reisfeldausflügen, Schnorchelunternehmungen und Museumsbesuchen kann man auf Bali vor allem eines: gut essen. An jeder Straßenecke gibt es Warungs, Cafés oder Restaurants, die alles bieten, was das Herz oder besser gesagt der Bauch begehrt. Wir haben uns gefühlt durch die ganze Insel probiert und fast überall hat es grandios geschmeckt. Als Ergebnis haben wir nun viele schöne Empfehlungen im Gepäck, die ihr euch unbedingt für eure nächste Bali-Reise merken solltet. Los geht’s:

Restaurants in Ubud

Ubud liegt im Dschungel im Herzen Balis und ist das kulturelle Zentrum der Insel. Wer sich jemals aufgemacht hat, die balinesische Kultur zu erforschen, ist zwangsläufig hier gelandet – und das seit Jahrzehnten. Dementsprechend hat sich hier über die Zeit ein Netz von Hotels und Restaurants entwickelt, das für jeden Geldbeutel das Richtige bietet. Vom Warung an der Ecke bis zum Weltklasse-Restaurant kann das kleine Städtchen und seine Umgebung alles aufbieten. Der Mix aus Touristen, Aussteigern, Unternehmern und Traditionalisten ist das, was Ubud ausmacht. Das spiegelt sich nicht nur in der Athmosphäre der Stadt, sondern auch auf den Tellern seiner Restaurants. Man sagt, wer das wahre Bali erleben will, muss nach Ubud kommen. Auch wenn das anhand der Massen an Touristen, die durch die Hauptstraßen der Stadt wandern, manchmal schwerer zu glauben ist. Wenn es aber ums Essen geht, könnte die Aussage nicht wahrer sein. Hier kommt jeder Liebhaber voll auf seine Kosten.

The Sayan House

The Sayan House ist ein schickes kleines Restaurant etwas außerhalb von Ubud. Es liegt malerisch an einer der vielen Schluchten, die diese Gegend durchziehen. Die Athmosphäre ist gemütlich und locker. Hier wird nicht versucht, stylisch modern zu sein, wie in vielen anderen Restaurants auf der Insel. Es geht eher gediegen und bodenständig zu. Das merkt man sofort, wenn man das Restaurant vorbei an der Küche betritt und man von allen, die ihren Blick von der Arbeit lösen können, mit einem Lächeln begrüßt wird. Der Service ist sehr sympathisch, beinahe schon herzlich. Es ist eines dieser Restaurants, in das man geht und sich vollkommen wohlfühlen kann. Kein Druck, kein Zwang – einfach gemütlich sitzen und sehr gut essen.

Die Küche hat sich dem Fusion Food verschrieben, es gibt kulturelle EInflüsse aus allen Ecken und Enden dieser Welt mit einer Prise Bali obendrauf. So gab es ein extrem frisches Lachscarpaccio und ein Algenrisotto mit Muschel und Wasabi zur Vorspeise, was beides die Erinnerung an Sushi erweckte, trotz italienischer Aufbereitung. Und so ging es nahtlos weiter: Foie Gras Nigiri, Lachs mit Algengemüse, knusprig paniertes Lammkarree, Apfel- und Schokokuchen – alles war spitze und jeweils mit einer kleinen Anleihe aus einem anderem Teil der Welt. Es machte einfach richtig Spaß! Wer in Ubud unkompliziert sehr gut essen will, ist hier genau richtig.

The Sayan House, Jl. Raya Sayan No.70, Sayan, Ubud, Kabupaten Gianyar, Bali 80571

Foie Gras Nigiri im Restaurant Sayan House in Ubud auf Bali

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein von The Sayan House Ubud (@the_sayan_house) gepostetes Foto am

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pica

Für das Pica müssen wir auf jeden Fall eine Lanze brechen (Achtung, Wortwitz!). Der Laden ist schnell beschrieben: Klein aber sehr fein. Er liegt mitten in Ubud völlig unscheinbar versteckt zwischen anderen größeren Läden und hat vielleicht 14 Plätze (inklusive Terrasse). Es gibt Gerichte inspiriert von der südamerikanischen Küche – das allein ist schon etwas Besonderes, da es nicht um die typischen (spanischen) Tapas geht. Die Karte passt auf ein einziges Blatt, doch jedes einzelne Gericht ist großartig. Vor allem die aktuellen Tagesgerichte machen dieses Restaurant besonders. Bei uns das Highlight: Tintenfisch mit Chorizo und Fenchel – ein Gedicht. Doch auch die Ceviche, Pulpo mit Paprika, Snapperfilet und der südamerikanische Bohnensalat waren einfache klasse. Alle Gerichte sind handwerklich auf extrem hohen Niveau und schön präsentiert.

Der Service ist freundlich und aufmerksam und es geht eher wie in einer Kneipe zu, was jedoch keinesfalls negativ ist. Auch der Küchenchef kommt gerne mal am Tisch vorbei. Der kleine Laden hat Charme, bietet sehr gute Küche, eine feine Auswahl an Getränken und hat keine Ambitionen, sich an die Fine-Dining-Kultur der Insel anzupassen – und das trotzdem hier auf selben Niveau gekocht wird. Man fokussiert sich auf das was wirklich zählt: Das Essen auf dem Tisch. Dafür vernachlässigt man gern die feine Etiquette zum Wohle der wunderbar entspannten Atmosphäre. Und wäre das noch nicht genug, muss man sagen, dass alle Preise wirklich fair sind. Für uns ist das Pica der Geheimtipp der Insel und nach europäischen Maßstäben sicher irgendwo im Gault Millaut zu finden.

Pica, Jl. Dewisita, Ubud, Kabupaten Gianyar, Bali 80571

Teller im Restaurant Pica Ceviche im Restaurant Pica Oktopus im Restaurant Pica

Bridges

Das Bridges ist ein sehr stilvoller Laden mit mehreren Etagen an der alten Verkehrsbrücke in Ubud. Es beherrbergt eine Weinstube (oben), eine Bar (unten) und im Zentrum das Restaurant. Von allen Ebenen aus hat man einen wunderbaren Blick auf das kleine Flusstal und die Brücken – wenn man das Glück hat, in den ersten Reihen platziert zu werden. Wenn man in der Bar einen Aperitiv zu sich genommen hat, kommt man über verwinkelte Treppen hinauf in das Restaurant.

Dieses bietet auf seiner Karte größtenteils edle Klassiker. Alles ist extrem professionell aufbereitet und von guter Qualität. Jakobsmuscheln mit Spargel, Baramundifilet auf Kartoffelpüree, Dreierlei vom Lamm – alles war wirklich super. Man mag das Rad hier nicht neu erfinden, aber die Küche weiß, was sie tut. Der Service war großartig – unauffällig aber sehr aufmerksam. Alles in allem war es ein gelungener Abend in einem wirklich schönen und sehr professionell geführten Lokal. Die Location an sich ist schon einen Umweg wert, die gute Küche tut ihr übriges.

Bridges, Jl. Raya Campuhan, Ubud, Kabupaten Gianyar, Bali 80571

Cocktail und Lammkarrée im Restaurant Bridges in Ubud
Außenansicht Brudges in Ubud
Unteres Foto: Bridges

Locavore

Das Locavore vorzustellen und beschreiben zu wollen ist ebenso schwierig wie sinnlos. Kurz gesagt: Geht unbedingt hin. Wenn ihr auf Bali ein einziges Restaurant zur auswählen müsstet – nehmt dieses. Es wurde als einziges Restaurant Indonesiens auf die Liste der 50 besten Restaurants in Asien gewählt. Es gehört mit Abstand zum Besten, was das Land und die Insel zu bieten haben. Es ist ein Erlebnis, sich durch das Menü und die korrespondierende Getränkebegleitung zu probieren. Es gibt Geschmäcker, die hat man noch nie zuvor erlebt – und welche, die man nie wieder so erleben wird. Das Locavore ist genau das Restaurant, um diese Erfahrungen zu machen.
Ich frage mich heute noch, wie dieses warme Wasser so unglaublich intensiv nach Tomate schmecken konnte, als wäre man in Mama Miracolis Soßentopf gefallen. Das sogenannte standout-dish („Tomato: Bloody Mary sorbet, cherry tomato, sea salt infused with celery leaves, hot tomato consomme“) ist wirklich einmalig – und das ist nur einer der vielen Gänge ins Glück, die man hier erleben kann. Spinattempura? Makrele in Beerensud? Süßes Porridge mit Entenei? Kohl mit Vanille? Hier werdet ihr ein unvergessliches Erlebnis haben.
Der Service ist tadellos, die Größe der Gänge und Getränke perfekt abgestimmt, die Aromen fliegen einem nur so um die Ohren. Selbst nach elf Gängen fühlt man sich hinterher pudelwohl, weil jeder einzelne von Ihnen genau dosiert und ein Erlebnis für sich war – und das sag ich als zierliche Frau. Man kann sich übrigens zwischen einem vegetarischen und einem Fisch- und Fleischmenü entscheiden. Klar wie Kloßbrühe, dass dieses Restaurant nach europäischen Maßstäben Sterneniveau hat, nach unser bescheidenen Meinung mindestens 2. Das Locavore ist das mit Abstand beste Restaurant Balis und verdient jedes erdenkliche Lob, mit dem Apéritif hat es jetzt jedoch einen Herausforderer bekommen.

Locavore, Jl. Dewisita No.10, Ubud, Kabupaten Gianyar, Bali 80571

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CasCades Restaurant

Das Cascades befindet sich im Viceroy Hotel vor den Toren Ubuds. Direkt neben dem ikonischen Infinity Pool wird hier sowohl indonesische als auch internationale Küche kredenzt. Es ist quasi das go-to Restaurant für alle Hotelgäste und ein Highlight für Besucher. Morgens gibt es hier Frühstück á la Carte. Zum Lunch gibt es neben Snacks und Klassikern auch schon Kostproben der erwähnten Küche. Abends jedoch gibt man erst richtig Preis, was man eigentlich zu Leisten im Stande ist. Neben mediterranen und französisch inspiriertem fine dining, gibt es die Festtagsgerichte der Indonesischen Küche inklusive der beeindruckenden Reistafel in Menüform. Beide Küchen werden modern präsentiert und sind handwerklich auf hohem Niveau zubereitet. Sie geben auf der einen Seite Comfort-Food für Feinschmecker, auf der anderen Seite aber auch einen Einblick in lokale Traditionen.
Die sehr gute Küche, der wunderbare Blick ins Tal der Könige und die entspannte Stimmung sind der Grund warum das CasCades über Jahre hinweg ein Favorit der Gäste ist. Gleichzeitig ist der Spagat zwischen Hotel-Restaurant mit landestypischer Küche und Fine Dining auf hohem Niveau nicht ohne Abstriche zu bewerkstelligen, weshalb das Hotel mit dem Apéritif(link) ein neues Restaurant für absolute Spitzenküche geschaffen hat. Das CasCades punktet nun noch mehr mit dem Wohlfühlfaktor.
CasCades Restaurant, Jl. Lanyahan, Br. Nagi, Kecamatan Ubud, Kabupaten Gianyar, Bali 80571
Reistafel und Dessert im Cascades Resaurant Ubud

Apéritif Restaurant & Bar

Im Viceroy ist sehr gut nicht gut genug. Daher hat man in einem fulminanten Neubau das Restaurant Aperitif inklusive Bar geschaffen, dass nicht weniger hat als den Anspruch das beste Restaurant der Insel zu sein. Bar Besuch und Restaurant sind miteinander verknüpft. Zu jedem Menü gehören zwei Cocktails in der schicken getäfelten Bar mit Leder Couches und Pool-Tisch dazu. Hat man seinen Aperitiv (der Name ist eben Programm) beendet wird man in den von den 20er Jahren inspirierten Speiseraum mit offener Küche an seinen Tisch geführt.
Innenraum Bar und Restaurant Apéritif Bali
Dort folgt dann eine kulinarische Darbietung, die internationale Klasse hat. Man hat sich selbst zum Ziel gesetzt im wichtigsten Restaurant Führer der Welt zwei Sterne zu erhalten. Da dieser jedoch auf Bali noch keine Wertungen vergibt, wird man abwarten müssen, ob das Zeil erfüllt wird. Eine Traube Tonbach im Dschungel? Ein Bareiss unter Palmen? Das Potential dazu ist unbestritten da. Es kann sogar gut sein, dass ein weiteres Top Restaurant wie das Aperitif, die Kritiker nun früher nach Bali locken als gedacht. Verdient hätte es das Restaurant (und die ganze Insel) allemal.
Apéritif Restaurant & Bar, Jl. Lanyahan No.Br, Nagi, Kecamatan Ubud, Kabupaten Gianyar, Bali 80571
Gänge aus Menü im Aperitif Bali

Restaurants in Jimbaran

Jimbaran liegt an einer großen Bucht südlich des Flughafens der Insel. Was sich zunächst ziemlich ungemütlich anhört, ist einer der lauschigsten Plätze, die wir auf unseren Reisen kennengelernt haben. Es ist bei Weitem weniger touristisch als Nusa Dua mit seinen Resortanlagen und nicht so hektisch und gedrängt wie Seminyak oder Ubud. Der Strand eignet sich wunderbar zum Baden und ist viel entspannter als an anderen Stellen der Insel. Man muss jedoch dazu sagen, dass Jimbaran weder kulturelle Schätze beherbergt, noch mit einer großen Einkaufstraße auftrumpfen kann. Die meisten Unterkünfte liegen in einem Streifen zwischen Strand und Hauptverkehrsstraße zwischen Nusa Dua und Denpasar. Durch die Nähe zum Flughafen ist der Strand (zu ihrem Pech) zusätzlich oft nicht erste Wahl der meisten Reisenden. Klingt nach schlechten Vorrausetzungen für gute Restaurants in der Gegend? Weit gefehlt!

Cuca

Das Cuca ist wohl das interessanteste Restaurant in Jimbaran. Es setzt auf ein ungewöhnliches Raumkonzept und einen wunderschönen Garten. Auf der Speisekarte stehen hier erneut Tapas und Fusion Food Gerichte. Die Karte ist übersichtlich, doch es ist für jeden etwas dabei. Kreativität wird hier groß geschrieben, daher gibt es viel zu entdecken. Was aus der Küche kommt ist handwerklich extrem gut gemacht und hat alles einen gewissen Pfiff. Pulled Pork, Oktopus, Räucherfisch, Ceviche mit Melonensorbet, Soft Shell Crab und Jakobsmuscheln schwankten von solide bis sehr gut.

Der Service war sehr zuvorkommend und organisiert wie ein Uhrwerk. Man muss diese Art der Bedienung mögen – es fehlt einem an nichts, jedoch könnten manche es als unentspannt empfinden. Seine große Stärke spielt das Cuca im Garten aus, dort findet man super bequeme Tische auf viel Raum und mit stylischer Beleuchtung. Während man im Innenraum die Tische mit Vorhängen trennt, um Privatsphäre zu schaffen, ist das durch den großen Garten draußen gar nicht nötig.

Cuca, Jl. Yoga Perkanthi, Jimbaran, Kuta Sel., Kabupaten Badung, Bali 80364

Teller im Cuca Jimbaran
Restaurant Cuca in Jimbaran
Unteres Foto: Cuca

Made Bagus Cafe

Wer in Jimbaran ist, muss unbedingt ein Dinner am Meer zu sich nehmen. Man sitzt direkt mit dem Tisch am Strand (wenn die Flut kommt sogar mit den Füßen im Wasser), isst gegrillten Fisch und schaut in den Sonnenuntergang. Was so romantisch klingt, wird täglich von hunderten Touristen wahrgenommen. Man is(s)t nie allein. Es gibt drei verschiedene Abschnitte am Strand, an denen abends das Dinnerschauspiel stattfindet, jeweils mit 10-12 Grillbuden, die ihre Tische herausstellen. Leute kommen teilweise sogar mit Bussen angereist, um das zu erleben. Es hört sich befremdlich an, aber diese Massenaufläufe am Strand machen durchaus Laune – und zwar dann, wenn das Essen stimmt.

Das Made Bagus Cafe ist eine der unzähligen Grillbuden – und die beste noch dazu. Wer gutes Seafood mag, wird diesen Ort lieben. Es gibt hier Sparmenüweise gegrillten Fisch, Muscheln, Tintenfisch, Garnelen, Hummer und Langusten satt – sogar inklusive Getränke. Für circa 25 Euro pro Mann kann man sich hier den Bauch vollschlagen mit allem, was der indische Ozean hergibt. Der Service ist fix und vergleichsweise freundlich, die Aussicht ist super und das Essen für den Preis unschlagbar. Wer hier nicht Seafood gegessen hat, hat Jimbaran nicht erlebt. Idealerweise man kommt weit vor oder nach Sonnenuntergang – sonst ist es einfach zu voll.

Kleiner Tipp: Bei den Stranddinnern laufen meistens balinesische Bands von Tisch zu Tisch und spielen verschiedene Klassiker. Am besten immer etwas Trinkgeld dabeihaben und nicht nur eine Kreditkarte – sonst könnte es peinlich werden …

Made Bagus Cafe, Jl. Four Season, Jimbaran, Pantai Muaya, Kuta Sel.

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Sundara

Das Sundara ist neben dem Cuca die Toplocation in Jimbaran. Es gehört zum Four Seasons Hotel, ist aber vom Gelände unabhängig am Strand platziert. Am Tag ist es ein wunderbarer Beach Club mit Liegen und eigenem Pool mit Blick auf die Bucht von Jimbaran, am Abend wandelt es sich in einen der schönsten Dinner Spots der ganzen Insel.

Das Essen ist durch die Bank sehr gut. Egal, ob Gemüsetempura, Lachs Sashimi, Rib-Eye Steak oder Apfelstrudel – es gab nichts auszusetzen. Die Cocktailauswahl war groß und die Umsetzung eines Four Seasons würdig. Man saß einfach toll in diesem stylischen Laden mit dem Blick aufs Meer, während man sich überlegte, nicht vielleicht doch noch ein Stück Kuchen oder Torte der hauseigenen Bäckerei zu naschen. Wäre es nicht unser letzter Abend gewesen, hätten wir hier sicher noch einen Tag am Pool verbracht.

Sundara, Hotel Four Seasons Resort Bali, Jalan Bukit Permai, Jimbaran, Kuta Selatan, Bali 80361

sundara-bali sundara-menu
Fotos: Sundara

Restaurants in Seminyak

Seminyak ist seit einiger Zeit der Place To Be an den Stränden Balis. Aus einem ehemaligen Fischerdörfchen hat sich eine vibrierende Kleinstadt am Meer entwickelt, die für jeden etwas bieten kann. Vor allem für Surfer hat der Strand die besten Bedingungen. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass reine Sonnenanbeter Abstriche machen müssen und oft auf die luxuriösen Anwesen der Gegend angewiesen sind – für den entsprechenden Preis. Das wiederum zieht Gastronomen aus allen Herren Ländern an, die solche Kundschaft nur allzu gern verwöhnen möchten. Was sich nach einer Gegend für die Reichen und Schönen dieser Welt anhört, ist in der Realität jedoch ein Ort, an dem es am Ende für eigentlich jeden erschwinglich ist, überdurchschnittlich gut zu essen. Neue Läden schießen wie Pilze aus dem Boden und überbieten sich mit den neuesten Food-Trends – von Bio über Streetfood bis hin zur Molekularküche. Während die neuen Läden die Konkurrenz anheizen, hindern sie die Alteingesessenen daran, über ein gewisses Preisniveau zu gehen. Die Auswahl an guten Restaurants ist einfach riesig. Was dabei heraus kommt? Ein Spielplatz für jeden Hobby-Feinschmecker!

Kilo Bali

Das Kilo hat eine sehr ambitionierte Karte und ist sehr professionell geführt. Entgegen vieler anderer Fine-Dining Restaurants macht man hier keine halben Sachen. Das Ambiente und der Service haben absolutes Top Niveau. Man fühlt sich ein wenig wie in Sex & the City, wenn man am Empfang vorbei das futuristisch anmutende Gelände betritt und an einen der durchgestylten Tische gesetzt wird. Das Kilo könnte auch ohne Probleme in einer der Großstädte dieser Welt platziert sein, man würde den Unterschied nicht merken.

Das Wasabi Tuna Tartar und die getrüffelte Sushi Rolle zum Start konnten voll überzeugen. Die Spezialität des Hauses – Oktopus auf Kartoffelpüree – war gut, aber für uns keine Erleuchtung. Das kann aber auch an der Tagesform liegen – ob von uns oder dem Koch ist schwer zu sagen. Die Lammkeule Rendang dagegen war eines der besten Fusion Gerichte, das uns je auf die Gabel gekommen ist. Zart, cremig, voller Aromen. Der abschließende „Vulcano Cake“ (Schokoküchlein mit flüssiger Schokolade im Inneren) brachte uns dann im wahrsten Sinne des Wortes endgültig zum dahinschmelzen.

Auch die Cocktailkarte bietet mit ein paar Überraschungen auf – so wird gern mit selbstangesetzten Kräuter- und Zitrusessenzen und frischen Zutaten gearbeitet. Der Thymian-Zitrone-Gin-Cocktail (stilecht mit Thymianzweig und Zitrusschaum), den wir probierten, war jedenfalls einer der interessantesten Drinks der Reise. Wir sind nicht sicher, ob man den Laden in Europa nun im Gault Millau oder im Michelin finden würde – Spaß macht er aber auf jeden Fall.

Kilo Bali, Jl. Drupadi No.22, Kuta, Kabupaten Badung, Bali 80361

Tapas im Kilo Balirestaurant Kilo auf Bali AußenansichtFotos: Kilo Bali

La Lucciola

Das Lucciola ist eines der Restaurants auf Bali, die jeder einmal besucht haben sollte. Jeder kennt es, jeder liebt es. Seine Lage am Strand und die extrem gute Küche machen es zu einer sicheren Bank für jede Gelegenheit. Die zweistöckige Hütte direkt am Seminyak Beach sieht von außen aus, wie eine karibische Scheune. Was die Küche und der Service jedoch zaubern, gehört wirklich zum Besten, was die Insel zu bieten hat. Dabei geht es hier nicht unbedingt um besonders ausgefallene oder edle Küche, sondern um eine der entspanntesten Locations überhaupt. Man kann hier sorgenfrei sehr gut Essen und die Seele baumeln lassen. Vor allem zum Mittag ist hier relativ wenig Andrang und man kann sich mit einem wunderschönen Blick aufs Meer verköstigen lassen.

Die Karte ist italienisch geprägt und nach unserer Meinung in Preis/Leistung unschlagbar. Zwar ist das Lucciola nicht günstig, doch im Vergleich zur Leistung vieler anderer (bei weitem teurerer) Restaurants über alle Zweifel erhaben. Ein Carpaccio mit Wachtelei und schwarzem Trüffel für 15 Euro? Da kann man schon mal zuschlagen. Auch der gegrillte Thunfisch mit zweierlei Pesto und die Pasta mit Garnelen waren Klasse. Handwerklich befinden wir uns hier erneut auf europäischem Spitzenniveau. Wenn man sieht, wie viele Läden in Seminyak verkrampft versuchen, den hohen Luxus an den Mann zu bringen und sich mit glamourösen Versprechen überschlagen, ist ein Laden wie das Lucciola eine absolute Wohltat. Ein entspanntes Mittagessen hier sollte zum Pflichtprogramm eines jeden Feinschmeckers auf Bali gehören.

La Lucciola, Pantai Petitenget, Jalan Kayu Aya, Kerobokan, Kuta Utara, Badung, Bali 80361

Collage vom Restaurant Lucciola in Seminyak auf Bali

Chez Gado Gado

Das Chez Gado Gado ist eines der Restaurants am Strand mit direktem Blick aufs Meer. Zuerst wirkt es in seiner Art ziemlich auf schick getrimmt. Kellnerin im Cocktaildress, Kellner mit Fliege, Gäste in Abendkleidern – leicht arrogante Blicke. Vielleicht lag das aber auch daran, dass es eines der wenigen Male war, wo wir vorher keinen Tisch reserviert hatten (quasi ein No-Go auf der Insel). Hatte man sich jedoch erst mal auf die schöne Terasse gesetzt und der Crew gezeigt, dass man gerade bis drei zählen kann, wurde alles recht entspannt.

Die Karte hat einen leichten spanischen Touch, ist jedoch eher ein Crossover europäischer Küche. Gazpacho, Krabbencocktail, Ravioli und Lamm waren sehr gut. Doch um den wahren Detailgrad der Küche zu erkennen, musste man den Salat schmecken. Warum? Darin befanden sich abgezogene Kirschtomaten … Wer jemals in seinem Leben versucht hat, eine Tomate zu häuten, versteht unser Erstaunen. Diesen Aufwand für diese zierlichen Dinger zu betreiben, die man dann reihenweise im Beilagensalat rausschickt, beschreibt super, mit wie viel Mühe die Küche hier arbeitet. Schön waren auch die kreativen Cocktails (Urban Bourbon, Lychee Mojito), die mal ein wenig von den Klassikern abgewichen sind. Der Abend war rundum gelungen und wer Lust auf schick ausgehen hat, wird sich hier wohlfühlen.

Chez Gado Gado, Jalan Camplung Tanduk No. 99, Seminyak, Kuta, Badung, Bali 80361

Terrasse im Chez Gado Gado Bali
Foto: Chez Gado Gado

Metis

Das Metis ist einer der alteingesessensten und bekanntesten Restaurants in Seminyak. Zusammen mit dem Sardine und dem Sarong (die wir leider nicht besuchen konnten) gehört es zum Treffpunkt der Feinschmecker (und Jetsetter) der Insel. Demetsprechend pompös ist auch das Drumherum. Im Eingangsbereich findet sich ein eigenes Kunstatelier. Der Laden umfasst sicherlich 80 Tische, eine meterlange Bar und eine riesige Crew. Das Schönste an allem ist jedoch der Garten. Hier kann man sowohl vor als auch nach dem Essen bei einem Drink entspannen und das bunte Treiben beobachten.

Die Küche besteht aus französischen Klassikern und Spezialitäten der Insel mit französischem Touch. Ochsenbacken und Fischfilet waren handwerklich extrem gut zubereitet, die Zucchiniblüten hätten etwas pepp gebrauchen können und die leider nicht sehr gelungene Fois Gras meiner Begleitung kann und möchte ich nicht einschätzen. Man sieht jedoch, in welche Richtung es hier geht. Hinterher gab es einen Kopi Luwak – die balinesische Kaffeespezialität, die man entweder belächelt oder vergöttert. Alles in allem ist das Metis ein Restaurant auf sehr gutem Niveau, was sich jedoch mehr mit seinem Ruf und dem Glamour-Faktor als mit der Küche abhebt. Wer jedoch erleben möchte, wie die oberen Zehntausend auf Bali dinieren, sollte es im Auge behalten.

Metis, Jalan Petitenget No. 6, Kerobokan Kelod, Kuta Utara, Kabupaten Badung, Bali 80361

Collage mit Dinner in Metis in SeminyakMetis Restaurant auf Bali in Seminyak

Restaurants in Nusa Dua

Nusa Dua ist ein klassisches Touristengebiet. Luxuriöse Hotels, gepflegte Parks, lange Strände – ein wahrgewordener Traum für alle Sonnenanbeter. Leider haben diese Gegenden meist den Nachteil, dass es neben den Hotelanlagen oft wenig zu bestaunen gibt. Das Inselleben spielt sich woanders ab, was gleichzeit einen Einfluss auf die Auswahl zum Ausgehen hat. Außerhalb der Hotels wird es hier tatsächlich schwierig gut zu essen, da oftmals lieber mit Spezialitäten aus den Ländern der anwesenden Gäste geworben wird als mit guter Küche – so findet man mitten in Nusa Dua unter anderem einen „German Biergarten“ in dem es Haxe und Schnitzel gibt. Das ist nicht unbedingt jedermanns Fall. Doch auch in den Hotelanlagen selbst ist nicht alles Gold was glänzt und dazu meistens noch vergleichsweise teuer – jedoch oft von ordentlicher Qualität. Wenn ihr euch aber einmal aus eurem Tempel hinauswagen wollt, dann möchten wir euch unbedingt diese Restaurants ans Herz legen:

Bumbu Bali

Das Bumbu war unsere erste Erfahrung mit indonesischer Küche überhaupt. Es liegt ruhig in einem Innenhof eines unscheinbaren Gebäudes in Benoa. Eine Spezialität des Hauses ist die Begrüßung der Gäste durch die gesamte Crew (inklusive Küche), die einem beim Eintreten ein geschlossenes „Willkommen“ auf indonesisch entgegenschmettern. Wer ganz entspannt gutes Essen genießen will, ist hier goldrichtig. Hat man den anfänglichen Schreck der Begrüßung nämlich erst mal überwunden, ist die Athmosphäre relaxed, das Personal sehr freundlich und die Cocktails überraschend gut.

Es ist eines dieser Restaurants, bei dem man sich keine Gedanken machen muss – Qualität, Service, Preis – alles stimmt. Zu der typisch balinesischen Dudelmusik kann man sich hier vollends einem guten Gespräch widmen und den Tag Revue passieren lassen oder für den nächsten Pläne schmieden. Es gibt hier kein aufgesetztes „Fine Dining“, sondern schlicht gutes Essen und soliden Service. Wohlfühlen wird hier groß geschrieben und man besinnt sich darauf, was wirklich wichtig ist.

Bumbu Bali, Jl. Pratama, Tanjung Benoa, Kuta Selatan, Kabupaten Badung, Bali 80361

Indonesische Reistafel im Bumbu Bali
Collage mit Cocktail und Dessert im Bumbu BaliBumbu Bali in Nusa DuaUnteres Foto: Bumbu Bali 

Tapa

Wer tagsüber am Strand schon den einen oder anderen Snack hatte und abends nur etwas Kleines möchte, ist hier richtig. Tapas sind ideal für den kleinen oder großen Hunger. Das Restaurant direkt gegenüber vom riesigen Mulia Resort bietet solides Handwerk auf jedem Teller. Trotzdem der Laden etwas abgeschnitten und verschlafen wirkt, sollte man sich von der fehlenden Laufkundschaft nicht abschrecken lassen. Die Zutaten sind frisch, die Herstellung ohne Fehl und Tadel und der Service sehr zuvorkommend. Statt Wein haben wir uns erneut den Cocktails hingegeben, die quasi die zweite Spezialität des Ladens sind.

Was sich anhört wie ein gewöhnlicher Abend in einem Restaurant auf Bali, fand sein großes Finale zum Dessert. Das hat uns buchstäblich aus den Socken gehauen. Selbst hergestellte geeiste Schokobonbons, deren Inneres sich bei der Außentemperatur verflüssigte. Dazu ein Mangosorbet, das einen glauben ließ, man beiße direkt in die Frucht. Der Service war ehrlich freundlich und hat zum Abschluss des Abends noch den hauseigenen Pick Up Service aus dem Hut gezaubert. Wir wurden vom Team freundlich verabschiedet, man bekam die Tür aufgehalten und wurde wie ein König vor die eigene Tür gefahren. So macht Essen Spaß!

Tapa, Jl. Nusa Dua Selatan, Nusa Dua

Dinner im Tapa auf Bali Cocktails im Tapa auf Bali Tapa Bali Alle Bilder: Tapa Bali

Kayuputi

Das Kayuputi befindet sich im St. Regis Bali Resort Nusa Dua und ist von seiner Lage und dem Ambiente her ein absolutes Highlight. Es liegt direkt am großzügigen Strandabschnitt des Resorts und hat eine breite Glasfront zum Wasser. Es gibt zahlreiche schattige Außenplätze und ein kleiner Pool, der eher einem Teich ähnelt, sorgt für kühle Luft. Insgesamt verströmt das Kayuputi das Flair eines edlen Gewächshauses, was durch die imposante Einbettung in die Gartenlandschaft des Resorts noch unterstrichen wird. Der Service lässt nichts zu wünschen übrig. Vom Shuttleservice, der einen von der Rezeption zum Restaurant geleitet, über die stets aufmerksamen Kellner bis hin zum Küchenchef, der aufgrund der Reservierungsangaben (vegetarisch) persönlich an den Tisch kommt, um das Menü abzuklären, ist alles perfekt – und dass, ohne auch nur ein bisschen arrogant zu sein.

Das Essen ist hier auf absolutem Top-Niveau. In Bezug auf Produktauswahl, Zubereitung und Präsentation steht das Kayuputi keinem europäischen Spitzenrestaurant nach. Einzig in der Kreativität mag man Abstriche machen, da in einem Resort natürlich eher die Klassiker serviert werden als ausgefallene Kreationen – dem Hotelgast zuliebe. Doch wer mag sich bei Sashimi Lachs mit Kaviar, Hummerravioli in Kalbsconsommé, Baramundi- und Rinderfilet beschweren? Dazu gesellt sich eine der besten Weinkarten der Insel, die natürlich auch allerlei europäische Tropfen bereithält – wenn auch zu den typischen indonesischen Konditionen (mehr dazu hier). Alles in allem ist das Kayuputi eines der Restaurants auf Bali, dem man ohne zu zögern Sterneniveau attestieren kann. Natürlich sollte man die entsprechende Portokasse dabei haben. Wer jedoch auf einen besonderes Erlebnis aus ist (und evtl. etwas zu feiern hat) kommt in Nusa Dua um das Kayuputi nicht herum.

Kayuputi, The St. Regis Bali Resort, St. Regis Kawasan Pariwisata, Nusa Dua Lot S6, Badung Regency, Bali 80363

Collage von Restaurant Kayuputi in Nusa DuaKayuputi von außenUnteres Foto: Kayuputi

Restaurants auf Nusa Lembongan

Nusa Lembongan ist eine kleine vorgelagerte Insel zu Bali, die gern als Tagesziel für allerlei Touristen und Wassersportler dient. Es lohnt sich jedoch definitiv, die eine oder andere Nacht auf ihr zu verbringen, um mit dem Roller durch die letzten verschlafenen Dörfer zu tingeln oder über die gelbe Hängebrücke nach Nusa Ceningan zu fahren und dort Ebbe und Flut in der Meerenge zwischen den Inseln zu bestaunen. Noch ist es hier um Einiges entspannter als auf Bali, obwohl sich rasend schnell eine touristische Infrastruktur entwickelt hat, die das ehemals verträumte Inselchen bald sehr verändern wird. Wer jetzt denkt, er müsste auf gutes Essen verzichten, weil sich gute Küche meist nur in den Hotspots abspielt, ist schief gewickelt. Nusa Lembongan hat durchaus das eine oder andere kleine Juwel zu bieten – auch wenn es sich in der Breite natürlich nicht mit Bali messen kann. Für ein paar entspannte Tage gibt es jedoch mehr als genug Auswahl:

Muntings Bar & Restaurant

Wir hatten im Muntings einen Tisch für einen romantischen Abend zu zweit reserviert. Es klingt nach Kitsch und das war es auch – Meerblick, erste Reihe der Terasse, eigener Pavillon. Die Organisation war einfach und zuvorkommend, und das obwohl das Restaurant an jenem Abend gut besetzt war. Viele der regulären Hotelgäste bekamen keinen Tisch mehr. Schön zu sehen, dass hier einer Reservierung zum besonderen Anlass eine gewisse Wertschätzung entgegengebracht wird. Die Lage des Muntings ist nämlich über alle Zweifel erhaben. Ob Tag oder Nacht – der Blick auf die Küste von Lembongang mit dem Vulkan Agung auf Bali im Hintergrund ist immer einen Stopp wert.

Das Essen war handwerklich das Beste, was wir auf Nusa Lembongan erleben durften. Rendang und Lammkeule waren extrem zart und sehr lecker. Calamari Ringe und Ceasars Salad solide. Zu Loben sind vor allem die Cocktails. Nach unserer Einschätzung die mit Abstand besten der Insel (wenn auch bei verhaltener Konkurrenz). Der Service war freundlich, zuvorkommend und schnell, wenn auch manchmal etwas unkoordiniert. Alles in allem kann man das Muntings für sein Gesamtpaket absolut empfehlen. Hier wird versucht, Küche und Service auf einem Niveau zu bieten, das für Lembongan unüblich ist und eher auf Bali zu finden wäre. Erfreulich ist, dass sich das Muntings trotz „Inselpreisen“ für die gebotene Leistung absolut im Rahmen bewegt.

Muntings, Jalan Danau Tamblingan, Nusa Lembongan

Collage von Restaurant Muntings auf Nusa Lembongan

Mamma Mia’s Bar & Grill

Wer auf Lembongan mit dem Roller unterwegs ist, hat die Freiheit, seinem Resort zu entfliehen und sich jeden Tag ein gutes Lunch zu suchen. In Mamma Mia’s Bar & Grill wird man dazu mehr als fündig. Man darf sich nicht von der kleinen Holzbude abschrecken lassen. Was hier auf den Teller kommt hat Hand und Fuß. Egal ob Prawns, Squid oder Seaweed Salat – alles war hervorragend. Besonders zu empfehlen sind die außen super knusprigen und innen super zarten Calamari. Dazu gab es Fruit Cocktails und einen der schönsten Ausblicke auf die Meerenge zwischen Lembongan und Ceningan mit dem vorgelagertem Riff überhaupt.

Man kann ganz entspannt dem Treiben von Ebbe und Flut zusehen und beobachten, wie das Seaweed aus dem Wasser auf den Teller kommt – man hat direkten Blick aufs Anbaugebiet. Alles war top frisch, auf den Punkt zubereitet und sogar sehr hübsch anzusehen. Der Besitzer ist freundlich und die Preise wirklich günstig. Aus unserem Mittagsbesuch wurden mal eben zwei Stunden, in denen wir uns nicht vom Anblick lösen wollten. Ein wirklich schöner Stopp für jeden Tag!

Mamma Mia’s, Klunkung, Lembongan

Fotocollage von Warung Mamma Mias auf Nusa Lembongan

Hai Bar & Grill

Wir kamen zum Sonnenuntergang in die Hai Bar (wo komischerweise noch nicht viel los war) und verbrachten einen sehr schönen Abend an einem Tisch mit Meerblick und Aussicht auf den Agung. Die Atmosphäre hat hier beinahe etwas karibisches. Die komplett in Bambus gestaltete Terasse und Bar haben vor allem im Dunkeln ein ganz eigenes Flair. Es hat alles ein wenig von Gilligans Insel. Die Karte schwankt zwischen Beach Klassikern und Fusion Food. Man versucht hier nicht die hohe Küche, hat aber einen Anspruch an gute Qualität.

So finden sich auf der Karte neben Pizza (die angeblich beste der Insel), Pasta und Steak auch Baramundifilet, Nizza Salat mit gegrilltem Thunfisch und allerlei anderes Seafood, was super frisch und handwerklich top zubereitet ist. Die Daiquiris auf der Cocktailkarte waren sogar auf einem Niveau mit dem Muntings. Leider haben die anderen Getränke dieses Niveau nicht gehalten, aber zum Glück gibt es immer ein kühles Bintang Bier, das super schmeckt.  Was jedoch auf dem Teller ankommt, ist gut zubereitet und ansprechend angerichtet. Man bemüht sich merklich um ein Niveau, was auf der kleinen Insel nicht selbstverständlich ist. Der Service war freundlich und unauffällig und die Preise für das Gebotene durchaus okay. Neben dem Muntings ist dieser Laden für einen gediegenen Abend wohl die beste Wahl auf Nusa Lembongan.

Hai Bar,  Mushroom Beach, Lembongan Island

Collage von Hai Bar auf Nusa Lembongan Hai Bar auf Nusa Lembongan

Warung Bambu

Hier gibt es die indonesische Hausmannskost, die jeder sucht. Typisch für eine Insel, ist natürlich vor allem das Seafood der Knaller. Die Fischsuppe und den gegrillten Jacketfish werden wir so schnell nicht vergessen. Es ist schwer zu beschreiben, aber absolut frische Ausgangsprodukte und ein paar einfache Zutaten machen eben meist noch das beste Essen. Der Blick auf den direkt gegenüber liegenden Agung ist dazu wunderschön.

Großen Komfort oder Service darf man in einem Warung natürlich nicht erwarten – aber dazu kommt man auch nicht her. Es ist alles sehr ursprünglich und ein gutes Zeichen ist, dass hier auch der eine oder andere einheimische Essen geht. Was auf den Teller kommt ist wirklich gut und für die Qualität sehr günstig (vor allem der gegrillte frische Fisch). Hier kann jeder nach Herzenslust zuschlagen, egal welches Budget man hat.

Jungutbatu, Nusapenida, Klungkung Regency

Essen im Warung Bambu auf Nusa Lembongan Aussicht im Warung Bambu auf Nusa Lembongan

Warung Putu

Der Warung Putu ist ein kleiner, sehr entspannter Warung an der südlichen Küstenstraße mit Blick auf die Seaweed Felder und die Yellow Bridge. Ähnlich wie das Mamma Mia’s ist der Spot perfekt zum Lunch geeignet. Die Karte bietet neben balinesischer Hausmannskost auch allerlei Touristenklassiker (Club Sandwich, Burger & Co.). Vor allem zu empfehlen ist hier aber die Tom Ayam (Hühnersuppe), sie war mit Abstand die beste auf unserer Reise – Bali inklusive.

Kennt ihr diese Gerichte, die eigentlich nur Oma so richtig gut kochen kann? Genau so war diese Suppe. Und wir hatten in unserer Zeit so einige zum Vergleich. Schön ist auch, dass dieser Warung etwas weiter die Küstenstraße hinab liegt, das heißt, es gibt weniger Anstürme der Tagesgäste der Charterboote. Wer also ganz entspannt zu Mittag essen will, der ist hier genau richtig.

Warung Putu, Lembongan Island

Suppe im Warung Putu auf Nusa Lembongan

Bali Eco Deli

Wer erleben möchte, wie „hip“ Nusa Lembongan mittlerweile geworden ist, sollte im Eco Deli vorbei schauen. Umweltbewusstsein in den Fokus zu rücken, ist in Indonesien immer noch recht neu, vor allem auf einer kleinen Insel wie dieser. Geboten werden gutes Frühstück, Smoothies, Shakes und (kalte) Suppen. Alles erinnert eher an einen trendingen Streetfood Laden in New York, Barcelona oder Berlin als an einen Öko-Kiosk auf einer verschlafenen Insel.

Vom Angebot über die Einrichtung bis hin zum Instagram-Profil stimmt hier wirklich alles. Die Erschließung Lembongans macht also auch hier nicht halt und offensichtlich kommt der Laden bei den Surfern der Insel gut an. Wie es sich für Trendsetter gehört, gibt es hier Self-service und keine Kellner. Wer weiß, wie sehr sich sonst um einen gekümmert wird in der Gegend, erkennt, wie ungewöhnlich das ist. Wer also auch auf Lembongan am Puls der Zeit sein will, sollte hier einmal vorbeischauen.

Bali Eco Deli, Jalan Raya Jungut Batu, Jungutbatu, Nusa Lembongan, Bali 80000

Drinks im Bali Eco Deli auf Nusa Lembongan Müsli im Bali Eco Deli auf Nusa Lembongan

Was gibt es zu beachten? Getränke, Garderobe, Geld

Wer in Bali Essen gehen möchte, sollte die eine oder andere Sache vorher bedenken, schließlich ticken die Uhren in Indonesien ein wenig anders – selbst im Feriengebiet. Der Einfluss von Australien und der von Europa sehr verschiedene Servicegedanke der Insel, tun dabei ihr Übriges. Als Grundregel gilt vor allem eins: denkt ans Tisch reservieren! Sowohl zum Mittag aber vor allem beim Abendessen ist es auf der Insel üblich sich anzukündigen. Was beim Lunch oft noch unkompliziert ist, löst am Abend garrantiert pikierte Blicke aus – wenn nicht schlimmeres. Doch es gibt noch mehr zu beachten. Egal, ob Getränkewahl, Garderobe oder Zahlungsmittel, auf folgende Dinge solltet ihr euch einstellen:

Getränke

Als erstes wäre da die Sache mit dem Alkohol: Ja, es gibt welchen, so viel steht fest. Was jedoch nicht aus Indonesien oder den Inseln selbst kommt, unterliegt extrem hohen Steuern. Das hat auf ein gutes Essen natürlich seine Auswirkungen:

Wein

Das passende Fläschchen Wein wird auf Bali oft zum Problem – zumindest dann, wenn man den europäischen Standard gewöhnt ist. Die günstigsten Flaschen gehen bei 30 Euro los und sind die Eigenerzeugnisse von Bali und den umliegenden Inseln. Diese kann man durchaus trinken, mit der Qualität europäischer Erzeugnisse können sie jedoch nicht mithalten. Die nächste Kategorie setzt dann bei ca. 60 Euro an. Das sind meist Weine aus Australien, Neuseeland, Chile und Argentinien. Als Europäer mag es etwas schwer fallen, dabei etwas passendes für den Preis zu finden. Oft ist man einfach nicht bewandert genug. Weine aus Europa sind generell selten und dann auch recht teuer. Eine Flasche für 100 Euro aufwärts ist keine Seltenheit.

Dazu gesellt sich noch ein weiteres Problem: Neuere Jahrgänge für Weißweine findet man auf Bali so gut wie nie. Die meisten Jahrgänge datieren 2-3 Jahre zurück – manchmal jedoch durchaus älter! Ob dies an den höheren Preisen für die jüngeren Weine oder an der Zeit für den Import per Schiff liegt, ist schwer zu sagen. Fakt ist jedoch, als Europäischer (Weiß-)Weintrinker muss man sich in Indonesien umstellen.

Wir als Weißweinliebhaber haben die Erfahrung gemacht, dass man mit australischen Weinen sehr gut fahren kann – selbst in den älteren Jahrgängen. Rotweintrinker haben es etwas leichter in der Auswahl. Alle müssen sich aber mit der balinesischen Faustregel für Wein auseinandersetzen: Je älter desto teurer. Macht das Sinn? Natürlich nicht. Wer will schon einen 6-7 Jahre alten Sauvignon Blanc trinken? Trotzdem werdet ihr genau so einen Wein für 400 Euro aufwärts auf so ziemlich jeder Karte finden.

Wein
Foto via Unsplash

Bier

Das indonesische Bintang wird nach Pilsener Brauart gefertigt und ist qualitativ eines der besten Biere Asiens. Wer also gerne ein Bier zu seinem Essen trinkt, kommt auf Bali sehr günstig (2-3 Euro) auf seine Kosten. Vor allem zum Lunch eine gern genommene Alternative.

Zwei Flaschen Bintang Bier

Cocktails

Es gibt zwei Sorten Cocktails auf Bali – Originale und die Arrak Version. Arrak ist ein Reisbranntwein, der in Indonesien hergestellt wird und als Ersatz für den teuren importierten Alkohol verwendet wird. Der Geschmack ist etwas eigenwillig und die Qualität oft schwer abzuschätzen, doch es taugt für manchen Cocktail durchaus. Die Arrak Cocktails liegen im Schnitt bei 5 Euro. Die originalen Cocktails sind mit Spirituosen aus aller Welt gemixt und dementsprechend teurer (8-10 Euro). Viele Restaurants bieten als Alternative zum Wein auf die Speisen abgestimmte Cocktails an oder mindestens eine Auswahl, die zum Essen passen könnte. Bei den Weinpreisen auf Bali haben wir hin und wieder gerne auf die Cocktails zurückgegriffen – die Kreativität der lokalen Barkeeper kennt oftmals keine Grenzen. Je nachdem, wo man sich befindet ist die begleitende Cocktailauswahl zum Menü oft besser, als jeder Wein, den man auf der Insel finden könnte. So bietet unter anderem das beste Restaurant der Insel, das Locavore, seine Getränkebegleitung ausschließlich in Cocktails an. Cocktails sind auf Bali also nicht zwingend trauriger Ersatz, sondern manchmal durchaus Teil des Kunstwerks.

Cocktail im Locavore

Garderobe

In den meisten Restaurants auf Bali herrscht ein gewisser Dresscode. Am besten informiert ihr euch darüber auf der Website des jeweiligen Ladens. So gut wie immer werden Tanktops und Flipflops (vor allem bei Herren) ausgeschlossen, genauso wie mit Alkoholmarken bedruckte Kleidung. Wer also direkt vom Strand zum Lunch will, muss sich etwas überziehen. Ein Sarong für Frauen sowie Hemd und Slipper für Herren reicht meistens aus. Abends achten viele Restaurants außerdem auf lange Hosen bei Herren, was bei permanent 30 Grad natürlich nicht ganz angenehm ist – eine leichte Leinenhose eignet sich aber wunderbar. Frauen haben es etwas einfacher bei der Kleiderwahl, sollten sich aber ebenfalls entsprechend schick kleiden.

Geld

Auf Bali zahlt man wie in ganz Indonesien mit Rupiah. Die Preise in den Restaurants werden meist in Tausendern angegeben. Das bedeutet: Wenn auf der Karte für ein Bier 25 Rupiah vermerkt sind, werden am Ende 25.000 Rupiah fällig, was umgerechnet 1,70 Euro entspricht. Durch die hohen Zahlen und die extrem breite Aufteilung der Banknoten (zwischen 1.000 IDR und 100.000 IDR) ist die Gefahr sehr hoch, schnell durcheinander zu kommen. Da streckt man dem Kellner leicht mal 20 Euro mehr hin als eigentlich geplant. Dasselbe gilt u. a. für Taxifahrer. Man sollte also idealerweise anstatt mit Bargeld immer mit Kreditkarte zahlen, das ist auf der Insel sowieso das üblichste Zahlungsmittel in Restaurants.

Auf der Rechnung werden auch immer Steuern und Servicepauschale ausgewiesen, die meist noch zusätzlich zu den Preisen in der Karte aufgerechnet werden. Man gibt also kein zusätzliches Trinkgeld – versucht man es doch, wird man zumeist entgeistert angeschaut. Balinesen sehen das auch nicht als Würdigung ihrer Leistung, eher im Gegenteil. Am besten zahlt man einfach alle Rechnungen mit Karte. Einmal Nummer eingeben und man ist fertig, ohne ihn ein Fettnäpfchen zu treten oder sich bei der Umrechnung zu vertun.

Transport

Viele Hotels und Restaurants bieten einen Shuttleservice an, den man unbedingt nutzen sollte. Nicht nur kann man so den Abend und das entsprechende Bierchen sorgenfrei genießen, sondern man entgeht auch dem höllischen Verkehr auf Balis Straßen. Wir konnten manchmal gar nicht glauben, was da auf den Straßen vor sich geht. Doch auch Taxis sind gute Transportmittel, wenn es zum Abendessen gehen soll. Innerhalb eines Ortes kommt man meist mit 5 Euro für die Fahrt aus. Achtet unbedingt darauf, dass das Taxi einen Taxameter hat und fragt den Fahrer vor der Fahrt, wieviel es ungefähr kosten wird. Das mag für viele ungewöhnlich erscheinen, doch damit spart man sich schon vorher vielen Ärger, weil man weiß, was auf einen zukommt und umentscheiden kann, sobald die Summe einem merkwürdig erscheint. Zu empfehlen sind vor allem die Blue Bird Taxis, die offiziellen Taxis auf Bali. In Nusa Dua, Kuta und Seminyak gibt es diese so gut wie überall – in Ubud wiederrum gar nucht. Dort fragt man am besten nach einem Fahrer vom Hotel oder eben des entsprechenden Restaurants. Apps wie Grab, Gojek oder Uber sind auf Bali ungern gesehen. Uber hat seinen Dienst in Indonesien eingestellt, Grab (Singapur) und Gojek (Indonesien) sind jedoch im kommen. Sie dürfen jedoch an bestimmten stellen der Insel nicht offiziell genutzt werden, da dort die Gemeinschaft der Fahrer Druck ausübt – immerhin sehen sie ihr Geschäft bedroht. Am einfachsten ist auch hier das Blue Bird Taxi – diese haben eine sehr praktische App, die es leicht macht von A nach B zu kommen.

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Bali Restaurant Guide für Ubud und Jimbaran

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