Herz, Lifestyle
Kommentare 2

Diary // Mein Haus, mein Auto, mein Valentinstag

Karte zum Valentinstag

Ich finde den Valentinstag mindestens genau so überflüssig wie Zahnpastaflecken auf einem frisch gewaschenen Shirt. Man könnte jetzt sagen: Jeder nach seiner Façon und ich würde voll und ganz zustimmen. Bloß bekommt man diesen Tag ja regelrecht aufgezwungen. Und damit meine ich nicht mal die penetrante Plakatwerbung von Blumenhändlern oder Pauschalangebote für ein romantisches Wochenende zu zweit. Viel schlimmer ist es, dass das Glück in einer Partnerschaft von außen scheinbar oft nur noch an der Menge, dem Preis oder aber der Kreativität von Geschenken gemessen wird.

Ich hatte in meinem Leben zwei sehr lange und intensive Beziehungen. In der einen stecke ich mittendrin und es ist das Schönste, was mir jemals passiert ist. Bei beiden war der Valentinstag nie ein Thema. Noch nie habe ich an diesem Tag etwas verschenkt, noch nie habe ich etwas geschenkt bekommen. Selbst an Geburtstagen oder Weihnachten spielen Geschenke bei uns nur eine kleine Rolle. Und ich bin glücklich damit – zumindest bis zu dem Punkt, an dem ich mich vor anderen dafür rechtfertigen muss. Als wäre das Ganze absolut absurd und unvorstellbar: "Wie jetzt, keine Geschenke?"

Ich möchte aus meiner Beziehung keine Challenge machen. Weder innerhalb der Partnerschaft, noch, um vor Freunden oder Bekannten damit anzugeben. Mal abgesehen davon, dass ich einfach nicht der Typ für so etwas bin, interessiert es mich ehrlich gesagt auch bei anderen nicht die Bohne. Viel lieber möchte ich wissen, was hinter zwei Menschen steckt, was sie zusammenhält, was sie bewegt und vielleicht auch manchmal streiten lässt. Anstattdessen werden unter Freundinnen jedoch gerne die virtuellen Fotoalben gezückt, um entweder das neue Auto des Freundes, den teuren Ring oder die allerbeste Geschenkidee der Welt zu präsentieren – nur eine von vielen, versteht sich. Und anschließend nickt dann jeder anerkennend in die Runde, um das Glück dieser wunderbaren Beziehung zu bestätigen, obwohl all das genau darüber eigentlich keinerlei Aussage trifft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein von goldfasanblog (@goldfasanblog) gepostetes Foto am

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich frage mich in solchen Situationen immer, ob eine Beziehung an diesen ganzen Dingen überhaupt so wachsen kann, wie an "echten" Erfahrungen, fernab von materiellen Glücklichmachern. Ob nicht vor allem unliebsame Umstände wie emotionale oder finanzielle Unsicherheit, Schicksalsschläge in der Familie oder andere Probleme eine Partnerschaft wesentlich intensiver werden lassen, viel echter und enger, als es ein Geschenk jemals könnte – weil sie zwei Menschen und ihre Liebe zueinander immer wieder von Neuem auf die Probe stellen. 

Wenn man all so etwas einmal durchgemacht hat, lernt man eine Beziehung ganz anders schätzen, besonders in unserer heutigen Zeit, in der Partnerschaften an den allerkleinsten Gründen zerbrechen. Ich bin mir bewusst darüber, dass diese Erfahrungen nichts sind, mit dem man prahlen könnte, oder die man unbedingt erzählen möchte. Aber es sind Dinge, die eine Beziehung auf eine ganz andere Art und Weise bereichern – von uneingeschränktem Vertrauen über bedingunslose Unterstützung bis hin zu unausgesprochenem Verständnis. 

Und wirklich wichtig sind doch eigentlich nur die vielen unbezahlbaren gemeinsamen und wunderbaren Erinnerungen, die man für immer in seinem Herzen trägt – in guten wie in schlechten Zeiten. Danke für all die schönen und stürmischen, leisen und lauten Momente. Danke, dass du da bist. Und danke für den Tanz hinten auf dem Hügel bei den kleinen Bäumen. Mit dir spanne ich am liebsten mein (Regen-)Schirmchen auf und schwebe davon. ♥

Titelbild via boredpanda

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.