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Weihnachtsmarkt in Salzburg // 5 Tipps für einen perfekten Adventstag

Kerzenhalter auf dem Christkindlmarkt Salzburg

Ach Salzburg, wer hätte gedacht, dass wir uns in diesem Jahr gleich zweimal sehen? Zum ersten, zum zweiten und bestimmt nicht zum letzten Mal. Denn schon im Herbst hast du bei bestem Sonnenschein wirklich alles gegeben, mit deinen wunderschönen Bergen, den vielen kleinen Gässchen und leckeren Mozartkugeln. Und wer hätte gedacht, dass ich als ausgesprochener Wintermuffel mal diese Worte sage: Im Dezember hast du mir noch viel besser gefallen als im Oktober, wirklich wahr.

Salzburg im Advent ist ein bisschen wie nach Hause kommen. Auch, wenn die kleine Stadt an der Salzach in dieser Zeit besonders viele Besucher anzieht, geht dort alles sehr ruhig, besinnlich und vor allem stilvoll zu. Auf den Weihnachtsmärkten ist eine Bude schöner als die andere, mit hübschem Kunsthandwerk, regionalen Spezialitäten und natürlich viel leckerem Glühwein. Keine Spur von rummeligen Fahrgeschäften, lärmenden Weihnachtsfeiern oder den immer gleichen Pilzpfannen, wie wir es aus Berlin kennen. In Salzburg habe ich die Schönheit von Weihnachtsmärkten erst wieder richtig schätzen und lieben gelernt. Und deshalb nehme ich euch heute mit auf einen perfekten Adventstag durch Mozarts Geburtsstadt. 

Blick vom Makartsteg auf Salzburg

1. (Kulinarischer) Bummel durch die Innenstadt

Ein kleiner Stadtbummel am Vormittag ist die beste Einstimmung auf das adventliche Salzburg. Starten könnt ihr zum Beispiel beim Makartsteg, einer Fußgängerbrücke über die Salzach, von der ihr einen wunderbaren Blick auf die Innenstadt und das Wahrzeichen habt: die Hohensalzburg. Von dort aus seid ihr in nur wenigen Minuten mitten im Getümmel und könnt euch durch die vielen kleinen Sträßchen treiben lassen. Hauptanlaufstelle in der Fußgängerzone ist die Getreidegasse, in der ihr von High Street bis High Fashion nicht nur wunderbar shoppen könnt, sondern auch Mozarts Geburtshaus findet. Von ihr gehen viele kleine Gässchen ab und führen entweder durch prunkvolle Galerien oder aber zu echten Salzburger Geheimtipps. So zum Beispiel auch zur Schatz Konditorei, einem traditionellen Familienbetrieb, in dem die Salzburger seit über 30 Jahren immer wieder gerne ihren Kaffee trinken und die vielen Leckereien genießen. Ich habe mir sagen lassen, dass die Cremeschnitte dort besonders gut ist!

Judengasse in Salzburg

Konditorei Schatz in Salzburg

Ihr müsst wissen, dass Salzburg nicht nur kulturell, sondern ebenfalls kulinarisch besonders viel zu bieten hat. Deshalb kann ich auch keinen Stadtbummel empfehlen, ohne euch noch zu einer weiteren lukullischen Institution zu schicken: der Konditorei Fürst – hier bekommt ihr nämlich die einzigen originalen Mozartkugeln weltweit! 1890 erfand der Salzburger Konditor Paul Fürst die berühmteste Praline der Stadt, heute stellt sein Ur-Ur-Enkel Martin Fürst sie noch immer nach dem überlieferten Rezept und Herstellungsverfahren her. Wetten, dass ihr noch nie so eine gute Mozartkugel gegessen habt?

Konditorei Fürst in Salzburg

Originale Mozartkugel von der Konditorei Fürst

Keine Angst – für alle, die anstatt Marzipan und Schokolade lieber Bonbons und Co. mögen, habe ich auch noch eine kleine Empfehlung parat: In der Zuckerlwerkstatt gibt's jede Menge leckere Süßigkeiten, die nicht nur hübsch anzusehen sind, sondern auch mindestens genauso gut schmecken. Die Bonbons werden nach jahrhundertealten Rezepten von Hand hergestellt, wobei ihr sogar zusehen könnt. Hinter der Ladentheke wird nämlich den ganzen Tag lang kräftig gewerkelt, gerollt und geknetet. Alle Naschkatzen dürfen natürlich auch mal probieren. Direkt nebenan findet auf dem Universitätsplatz außer an Sonn-und Feiertagen immer der Grünmarkt statt, auf dem man nicht nur regionale Spezialitäten, sondern auch viel frisches Obst bekommt – ein paar Vitamine zwischen den ganzen Zuckereien können schließlich nicht schaden!

Bonbon in der Zuckerlwerkstatt Salzburg

Mitarbeiterinnen in der Zuckerlwerkstatt Salzburg

Äpfel auf dem Grünmarkt in Salzburg

2. Festungsadvent auf der Hohensalzburg

Genauso wie Mozart und seine Kugeln gehört auch die Hohensalzburg zu den Wahrzeichen der Stadt. Wer nicht einmal oben war, war quasi auch noch nicht in Salzburg. Die meisten von euch werden jetzt wahrscheinlich schon ziemlich volle Bäuche haben und müssen sich deshalb auch nicht den Berg hochschieben. Dafür gibt's nämlich die Festungsbahn, die euch im Handumdrehen auf den "Gipfel" bringt. Oben angekommen erwartet euch nicht nur der allerschönste Blick auf Stadt und Umgebung, sondern zur Adventszeit auch noch ein weiteres Highlight. Mitten im Hof findet seit über 20 Jahren der Festungsadvent statt – ein kleiner und überschaulicher Weihnachtsmarkt mit unheimlich schöner Stimmung. Alle, die in diesem Jahr noch dort vorbeikommen, sollten unbedingt der Fräulein Flora Pop Up Hütte einen Besuch abstatten. Dort erwarten euch fabelhafte Geschenkideen für eure Liebsten (oder euch selbst) von regionalen Jungdesignern. 

Ausblick von der Hohensalzburg

Festungsadvent auf der Hohensalzburg

3. Salzburger Nockerln im Café Sacher

Höchste Zeit für die nächste Stärkung! Wenn ihr mit der Festungsbahn wieder hinabgefahren seid, geht's zu Fuß weiter auf das andere Ufer der Salzach. Dort steht das berühmt-berüchtigte Hotel Sacher, in dem bereits Gäste wie die Beatles, Tom Hanks oder die Queen abgestiegen sind. Allerdings kann man in dem prunkvollen Haus direkt am Fluss nicht nur wunderbar schlafen, sondern genauso gut essen. Es gibt zwei Restaurants, im Sommer eine schöne Terrasse, eine gemütliche Bar und ein tolles Café, das ganz im Zeichen der österreichischen Kaffeehauskultur steht. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in so einem hübschen Café gewesen zu sein. Beim Betreten fühlt man sich fast ein wenig in der Zeit zurückversetzt, denn die Kellnerinnen tragen noch traditionelle Schürzchen und Hauben.

Café Sacher in Salzburg
Foto: Hotel Sacher

Wie der Name des Hauses verrät, gibt's hier neben Wien die allerbeste Sachertorte. Ich möchte euch allerdings noch eine weitere regionale Spezialität ans Herz legen: Salzburger Nockerln. Vielleicht habt ihr auf Fotos schon mal die drei hellen Schaumberge gesehen, serviert mit einer Beerensoße? Jap, genau das ist es – das wohl berühmteste Dessert Salzburgs. Die Hügel stehen für die Berge rings um die Stadt und schmecken tatsächlich vorzüglich. Ein bisschen wie das Baiser, mit dem Oma früher immer den Rhabarberkuchen bedeckt hat. Hmm! Lasst euch übrigens nicht von dem Foto irritieren – wir hatten bei unserem Besuch ein paar mehr Berge, weil wir in einer großen Gruppe unterwegs waren. Drei Hügel teilt man traditionell auch durch drei Leute, denn glaubt mir, so ein Berg Nachtisch kann ganz schön groß sein … 

Sazlburger Nockerln im Café Sacher

4. Besuch auf dem Christkindlmarkt 

Der Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz ist quasi das Herzstück des Salzburger Advents. Hier reiht sich Hütte an Hütte und es gibt jede Menge zu entdecken. Ob Schlittschuhlaufen, weihnachtliche Dekorationen, regionales Kunsthandwerk, handgemachte Seifen oder selbstgestrickte Pullover – für jeden Geschmack gibt's hier genau den richtigen Stand. Und auch, wenn mein kleines Faible für Essen langsam auffällig wird: Noch nie habe ich auf einem Weihnachtsmarkt so ein abwechslungsreiches und vor allem leckeres kulinarisches Angebot erlebt. Oder habt ihr dort schon mal Krustenbrot mit Speck und Raclettekäse, Bauernkrapfen mit Sauerkraut oder verschiedene Varianten vom Kaiserschmarrn gesehen? Eben.

Christkindlmarkt in Salzburg

Kunsthandwerk auf dem Christkindmarkt in Salzburg

Stand auf dem Christlindlmarkt in Salzburg

Bauernkrapfen mit Sauerkraut auf dem Christkindlmarkt in Salburg

Immer donnerstags und samstags findet auf dem Christkindlmarkt um 18:30 Uhr außerdem das traditonelle Salzburger Turmblasen statt. Dann wird das Licht gedimmt und mehrere Turmbläser spielen von drei Türmen um den Residenzplatz herum weihnachtliche Lieder. Wir haben das Ganze am Donnerstag nach unserer Ankunft in der Stadt erlebt und wurden davon direkt in die passende Adventsstimmung versetzt. Die schöne Atmosphäre solltet ihr euch nicht entgehen lassen! Übrigens durften wir den Turmbläsern auf der Terrasse des Domquartiers über die Schulter schauen und standen somit nicht nur direkt in der ersten Reihe, sondern hatten ebenfalls einen tollen Blick über den wunderschönen Weihnachtsmarkt.  

Rückansicht der Salzburger Turmbläser

Christkindlmarkt in Salzburg von oben

Süßigkeiten auf dem Christkindmarkt in Salzburg

Porträt auf dem Christkindlmarkt in Salzburg

5. Abendessen im St. Peter Stiftskeller

Wer jetzt noch keinen Weihnachtsmarkt-Overload hat, kann anschließend noch kurz den kleinen Weihnachtswald am St. Peter Stiftskeller besuchen und einen Glühwein als Apéritif zu sich nehmen, um anschließend in der gemütlichen Gaststube den Abend ausklingen zu lassen. Das Restaurant ist Teil eines alten Klosters und berühmt für seine weihnachtliche Stimmung und jährlich wechselnde Dekoration. Sowohl im Wäldchen als auch zum Essen trifft man hier die Bewohner der Stadt abseits vom Trubel und üblichen Tourismus – ein wahrer Geheimtipp! Fun Fact: Das Restaurant wurde im Jahr 803 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und gilt deshalb als ältestes in Mitteleuropa. Auch, wenn drin alles sehr traditionell und urig zugeht, befindet sich auf den Tellern hohe Küche. Vom Maronenschaumsüppchen über Risotto mit Black Tiger Garnelen bis hin zum Zwetschkenknödel mit Marzipanmousse hält die Karte jede Menge Leckereien bereit und bildet den perfekten Abschluss für einen adventlichen Besuch im schönen Salzburg. Jetzt aber ab ins Bett!

Dinner im St. Peter Stiftskeller in Salzburg

– Vielen Dank an SalzburgerLand Tourismus für die Einladung und an Eva und Matthias von Fräulein Flora für die Organisation – 

Unsere Reisebegleitung: 
Kathi und Romeo von Sommertage, Vanessa von Vann Dann, Lucia von Die Kremserin on the go, Vroni von Berghasen, Sabrina und Steffen von Feed Me Up Before You Go-Go, Sara von  L'Appetito Vien Leggendo, Fanny von Fanny Staaf und Rebecca von RebFre.

Im zweiten Teil meiner Reise nehme ich euch übrigens mit in den Schnee und ins adventliche Großarl! 

Porträt auf dem Christkindlmarkt in Salzburg

FÜR SPÄTER PINNEN

Collage mit Tipps für Advent in Salzburg

2 Kommentare

  1. Martina sagt

    Nach dem Lesen deines Blogs habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Ich habe mit leerem Magen gelesen und spüre ein ganz starkes Grummeln vom Gusto und vom Hunger 🙂 Die gute Nachricht ist, dass ich nicht weit zum Christkindlmarkt habe, wo ich mir mittags einen Bauernkrapfen holen werde. 🙂

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