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Girl Talk // Me Luna – Warum du jetzt auf eine Menstruationstasse umsteigen solltest

Erfahrungen mit der Menstruationstasse Me Luna

Die meisten von euch haben sicherlich schon mal von Menstruationstassen gehört, alle anderen haben jetzt vermutlich einen kleinen WTF-Moment. Das Thema liegt mir ehrlich gesagt schon länger am Herzen, bloß gibt es bekanntlich so Dinge, über die spricht man einfach nicht gern – besonders in der Öffentlichkeit. Dazu gehören Krankheiten, emotionale Wehwehchen – und eben auch die Periode. Aber genau hier liegt der Hase doch schon im Pfeffer: Wie kommen wir überhaupt darauf, all diese Umstände auf eine Stufe zu stellen? Die Tage sind schließlich keine Krankheit. Nein, sie gehören zum weiblichen Körper dazu wie die beiden X-Chromosomen – nicht mehr und nicht weniger. Und auch – oder gerade weil  – in unserer Gesellschaft bereits jungen Mädchen eingebläut wird, dass die Menstruation etwas Schmutziges sei, etwas, über das man nicht reden und das man schon gar nicht sehen möchte, ist es umso wichtiger, öfter mal ungeniert darüber zu plaudern. 

So funktioniert die Me Luna 

Kommen wir also zurück zur Menstruationstasse. Dabei handelt es sich um eine wunderbare Alternative zur herkömmlichen Monatsygiene wie Tampons, Binden und Co., die folgendermaßen funktoniert: Die Tasse, auch Cup genannt, wird zusammengefaltet und ähnlich wie ein Tampon eingeführt. An der richtigen Stelle eingesetzt, breitet sie sich auseinander und fängt das Blut in einem kleinen Becher auf. Sobald die Tasse voll ist, holt man sie am Griff heraus und entleert den Inhalt einfach in der Toilette. Je nachdem, ob man gerade zu Hause ist, kann man sie kurz abspülen oder nur auswischen und anschließend wieder einsetzen. Anfangs erfordert das Ganze ein wenig Geduld und Übung, man gewöhnt sich aber sehr schnell daran. Nach der Periode wird die Menstruationstasse in kochendem Wasser gereinigt und gleichzeitig desinfiziert. 

Ich verwende jetzt seit etwa einem Jahr einen Cup von Me Luna und bin unheimlich zufrieden damit. Die Produkte werden aus thermoplastischem Elastomer (TPE) hergestellt, einem elastischen Kunststoff, der weder Bleichmittel, Duftstoffe, PVC, Latex oder Silikon enthält und deshalb besonders verträglich ist. Mittlerweile gibt es jede Menge Ausführungen für verschiedene Bedürfnisse: acht Größen, vier Griffe sowie unterschiedliche Weichheitsgrade (Classic, Sport und Soft). Bei richtiger Pflege hält die Me Luna bis zu zehn Jahre und kostet dabei gerade mal 16 Euro. Selbst bei DM könnt ihr die kleinen Tässchen schon kaufen. Aber weshalb genau sind Menstruationstassen denn eigentlich so gut?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Vorteile auf einen Blick 

  • Ihr spart eine Menge Geld: Insgesamt verbraucht eine Frau ca. 17.000 Tampons in ihrem Leben und gibt dafür rund 1.200 Euro (!) aus. Die Menstruationstasse kostet einmalig 16 Euro und hält etwa zehn Jahre lang. 
  • Ihr schont die Umwelt: Die Menstruationstasse kann immer wiederverwendet werden und verursacht keinerlei zusätzlichen Müll. 
  • Ihr tut eurem Körper etwas Gutes: Bei herkömmlichen Tampons und Binden kann die gebleichte Watte zu Infektionen oder Allergien führen. Tampons können außerdem das toxische Schocksyndrom (TSS) auslösen. Der Cup hingegen ist frei von Schadstoffen und deshalb besonders verträglich.
  • Ihr seid länger geschützt: Die Me Luna kann je nach Menstruationsstärke 8-12 Stunden lang am Stück problemlos im Körper bleiben und sollte 2-4 Mal am Tag geleert werden. 
  • Ihr seid immer auf der sicheren Seite: Ganz egal, ob ihr auf Reisen oder anderswo unterwegs seid; mit einem Menstruationsbecher müsst ihr euch weder Sorgen machen, ob es dort Tampons oder Binden gibt, noch einen ganzen Vorrat einstecken. Ein Produkt genügt, um rund um die Uhr geschützt zu sein. 

Meine Erfahrungen

Ich habe vor ein paar Jahren zum ersten Mal von den Tässchen gehört und sie mir dann auch direkt in zweifacher Ausführung bestellt. Ehrlich gesagt lagen sie dann allerdings eine Zeit lang im Badezimmerschrank, bevor ich sie zum ersten Mal ausprobiert habe – vorwiegend aus Bequemlichkeit. Als mir eine liebe Freundin später ganz begeistert davon erzählte, musste ich ihnen dann aber doch endlich eine Chance geben. Und jetzt schätze ich die Me Luna vor allem aus den oben genannten Gründen, auf unserer langen Reise ist jedoch noch ein weiterer hinzugekommen: Am Strand musste ich nämlich nicht ständig darauf achten, ob denn nun das blöde Bändchen herausguckt oder nicht. So gut! Am Anfang war die Anwendung wirklich gewöhnungsbedürftig, mittlerweile finde ich die Tasse aber einfach nur noch praktisch. 

(K)ein Tabuthema?

Wie viel in Sachen Akzeptanz um den weiblichen Körper noch zu tun ist, beweist übrigens in regelmäßigen Abständen das Social-Media-Netzwerk Instagram – und zwar nicht nur mit der Free-The-Nipple-Bewegung. Einzelne Bilder oder ganze Accounts werden von der Plattform gelöscht, sobald ein Foto erscheint, auf dem auch nur ansatzweise etwas nach Menstruationsblut aussieht. So erging es zum Beispiel der Künstlerin Rupi Kaur, bei der eine Frau mit blutbefleckter Hose zu sehen war, weil sie den Mythos rund um die Periode auflösen wollte. Angeblich war dies ein Verstoß gegen die Community-Guidlines. Ganz ähnlich ging es der Fotografin Harley Weir, die auf ihrem Instagramkanal ebenfalls eine Frau mit Blut zwischen den Beinen gezeigt hat. Schon klar, Blut möchte keiner gerne sehen, sei es nun aus der Vagina oder dem Nasenloch. Als Tabuthema sollten die Tage aber längst nicht mehr gehandelt werden – vor allem, um (jungen) Frauen kein falsches Körperbild zu vermitteln, zu dem die Periode einfach nicht dazugehört. 

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit der Menstruationstasse oder anderen Alternativen zum herkömmlichen Tampon gemacht? Ich freue mich auf eure Meinung!

Titelbild via Unsplash

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