Herz, Lifestyle
Schreibe einen Kommentar

Diary // Lasst euch nicht alles gefallen

Teaserbild mit Händen

Heute war bei mir wirklich der Wurm drin. Nicht nur, dass ich meine Tage bekommen habe, was sich diesmal irgendwie anfühlt, als würde sich mein gesamter Körper auflösen. Obendrein habe ich es auch noch gewagt, einmal nicht in den Blumenladen meines Vertrauens zu gehen, sondern stattdessen eine kurze Runde durchs Ringcenter zu drehen – was ich wirklich lieber hätte lassen sollten, aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Weshalb ich so erbost bin? Das erzähle ich euch gerne: Soeben betrat ich wie gesagt den dort ansässigen, recht kleinen Blumenladen und die drei Verkäuferinnen hinter der Kasse würdigten mich keinen Blickes. Zur Verteidigung muss man sagen, dass die eine von ihnen mit Blumenbinden beschäftigt war, die anderen schienen ein wenig zu plaudern. An sich keine schlimme Sache, allerdings habe ich selbst lange Zeit im Verkauf gearbeitet und empfinde es ehrlich gesagt als Sache der Höflichkeit, wenn man seine Kunden kurz begrüßt – und sei es nur mit einem Blick. 

Aber Schwamm drüber, so wichtig war es mir dann auch nicht, doch bei dem, was danach kam, wollte ich meinen Ohren nicht trauen: Ich stehe quasi genau vor der Kasse und versuche eine Entscheidung zwecks Blumenkauf zu treffen – da sagt die eine plaudernde Verkäuferin zu der blumenbindenden: "Also grundätzlich begrüßen wir hier im Laden jeden Kunden, der reinkommt, das kannst du dir schon mal merken." Danach folgten einige weitere Sätze in einem mehr als abfälligem Tonfall, die ich hier gar nicht wiedergeben mag, denn sonst kommt mir womöglich mein Rosinenbrötchen wieder hoch. Ganz offensichtlich hatte die junge Frau nämlich gerade erst angefangen dort zu arbeiten, vielleicht war es sogar ihr erster Tag, doch anstatt ein gutes Vorbild zu sein und mir als Kundin selbst entgegenzulächeln und Hallo zu sagen, maulte ihre Kollegin sie auch noch direkt vor meinen Augen an. 

Mädchen im Sonnenblumenfeld
Foto: Christoph Peich/Unsplash

Und jetzt ärgere ich mich wieder über mich selbst, denn ein spitzer Kommentar lag mir schon auf der Zunge, wie unprofessionell das Ganze doch von ihr sei, anstattdessen habe ich aber lieber den Laden verlassen und aus Protest keinen Strauß Sonnenblumen gekauft. Der Betroffenen hat mein trotziges Verhalten allerdings überhaupt nicht geholfen und den ganze Nachhauseweg über habe ich darüber nachgedacht, wieso ich nicht einfach etwas gesagt habe. Sie selbst hat es nämlich auch nicht getan, bloß zugestimmt, sich beim nächsten Mal zu bessern.

Und ich kann genau nachvollziehen, wie sie sich fühlt, weil ich früher selbst so war und manchmal immer noch bin. Weil ich Dinge lieber herunterschlucke und ertrage, anstatt sie anzusprechen, nur um es anderen recht zu machen – auch wenn sie im Unrecht sind. Letztendlich hilft das aber niemandem und auf Dauer wird man nur unglücklich, dabei sollte man doch lieber gestärkt aus solchen Situationen herausgehen – mit Selbstbewusstsein und Selbstachtung. Deshalb noch einmal, hier und heute, als Memo an mich selbst und für alle anderen da draußen: Lasst euch nicht alles gefallen. Macht den Mund auf, wenn euch etwas nicht passt und vor allem, wenn ihr unfair behandelt werdet. Traut euch, anderen zu helfen, auch wenn es Überwindung kostet – ihr tut das Richtige, versprochen ♥

Teaserbild: Drew Hays/Unsplash

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.