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Motivation // 5 Tipps, wie es mit dem Homeoffice endlich klappt

Schreibtisch im Homeoffice

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich war schon immer eine große Freundin des Homeoffice. Meine Hausarbeiten sind grundsätzlich am heimischen Schreibtisch entstanden und nur im äußersten Notfall habe ich mich dafür in die Bibliothek gesetzt. Auch im Berufsleben habe ich vor allem kleine Büros schätzen und lieben gelernt, um weitestgehend ungestört arbeiten zu können. Ich bin unheimlich empfindsam, was Geräusche angeht und wenn ich konzentriert sein muss, kann mich schon die kleinste Bewegung im Raum aus dem Konzept bringen.

Neulich habe ich ein Buch gelesen, in dem ich mich absolut wiedergefunden habe. Ein Kapitel darin heißt Ein Zimmer für sich allein und spielt auf den berühmten Essay von Virginia Woolf an. Darin steht unter anderem:

„Damit auch Frauen große Romane verfassen könnten, müssten zwei Bedingungen erfüllt werden, wie Virginia Woolf schon 1929 schrieb: ‚Man gebe ihr ein eigenes Zimmer‘ und ein kleines Einkommen, von dem sie halbwegs leben könne. Diese Forderung gilt heute nicht nur für Frauen, sondern für alle, die kreative Höchstleistungen erbringen wollen. Teamfähigkeit, ständige Erreichbarkeit, Großraumbüros, transparente Architektur und zu große finanzielle Unsicherheit sorgen für Konformität und sie sind Gift für kreative Lebewesen.“

Es wird beschrieben, dass Kreativität ein sehr einsames Phänomen ist, das zwar den Rahmen einer Gemeinschaft braucht, der allerdings nicht einfach durch ein beliebiges Team ersetzt werden kann. Vielmehr muss er bestimmte Bedürfnisse erfüllen. Glück gehabt – man ist also nicht gleich ein komischer Kauz, bloß weil man lieber – und wahrscheinlich auch effizienter – im Homeoffice arbeitet. Aber hier wären wir auch schon beim Knackpunkt angelangt: Wie funktioniert das eigentlich, zu Hause effizient zu arbeiten, ohne sich anstatt dessen entweder den ganzen Tag lang auf Facebook zu tummeln oder endlich mal wieder die Wohnung umzuräumen? Mit diesen fünf einfachen Tipps zum Beispiel.

Schreibtisch im Homeoffice

1. Schafft euch einen Arbeitsplatz

Bei dem Begriff Homeoffice haben viele Leute direkt das Bild im Kopf, dass man ungeschminkt im Schlafanzug mit dem Laptop auf der Couch sitzt und mehr oder weniger motiviert in die Tasten haut. Kann man machen, ist auf Dauer allerdings eher weniger produktiv. Genau wie im Büro braucht man auch zu Hause einen festen Arbeitsplatz, an den man sich zurückziehen kann. Am besten ist dieser vom Wohnbereich getrennt – sei es durch ein eigenes Zimmer oder auch nur einen Raumteiler. Der Schreibtisch sollte eine angenehme Größe haben und so eingerichtet sein, dass ihr euch daran wohlfühlt. Ein schöner Blumenstrauß, Bilder, Fotos – eurer Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Trotz Schreibtisch habe auch ich mich anfangs immer wieder dabei ertappt, dass ich mit dem Laptop durch die Wohnung gewandert bin. Geholfen hat mir schließlich ein neuer Monitor, an dem ich viel besser arbeiten kann als an meinem kleinen Notebook. Wer nur sporadisch im Homeoffice ist, braucht natürlich keinen voll eingerichteten Schreibtisch. Gewöhnt euch allerdings daran, immer von einem bestimmten Platz in einer angenehmen Umgebung zu arbeiten – bei mir war das früher zum Beispiel der Küchentisch.

2. Entwickelt einen Tagesablauf

Der Tagesablauf zählt meiner Meinung nach zu den wichtigsten Punkten. Ich bin ein absoluter Morgenmensch und wenn ich diesen Tagesabschnitt mit anderen Dingen vertrödele, dann klappt die Arbeit mit großer Sicherheit auch zu späterer Stunde nicht mehr. Im Prinzip startet man am besten so, als würde man ins Büro gehen: Aufstehen, duschen, anziehen, frühstücken. Außerdem gehe ich jeden Morgen eine Runde mit dem Hund spazieren, um richtig wach zu werden. Alternativ könnt ihr euch auch einfach einen Kaffee beim Bäcker um die Ecke holen oder eine Runde joggen gehen – eben ganz so, wie es euch am liebsten ist.

Auch im weiteren Verlauf des Tages ist es wichtig, einen Ablauf zu entwickeln. Steht zwischendurch immer mal auf und holt euch etwas zu Trinken oder einen Apfel, um konzentriert zu bleiben. Macht jeden Tag möglichst zur gleichen Zeit Mittagspause, esst etwas Leckeres und geht ein wenig spazieren. An der frischen Luft bekommt ihr jede Menge Platz für neue Ideen. Tut euch später außerdem selbst einen Gefallen und macht (pünktlich) Feierabend. Meistens bringt es nichts, noch bis spät in die Nacht an Projekten zu sitzen, wenn nicht gerade eine dringende Deadline ansteht. Freizeit ist dafür umso wichtiger, um Energie zu tanken und neue Inspirationen zu sammeln.

3. Zieht euch morgens an

Es wurde zwar bereits erwähnt, aber trotzdem noch einmal zum Mitschreiben: Setzt euch nicht im Pyjama an die Arbeit. Es hilft ungemein, morgens zu duschen und sich dann so weit fertigzumachen, dass man spontan das Haus verlassen könnte. Ein bequemes Outfit, gekämmte Haare, ein wenig Make-up – eben ganz so, wie ihr auch ins Büro gehen würdet. Wenn man sich selbst in seiner Haut wohlfühlt, geht auch die Arbeit leichter von der Hand, versprochen!

4. Arbeitet mit To-Do-Listen

Ein simpler Trick, der mir jeden Tag hilft: eine To-Do-Liste erstellen. Entweder für den jeweiligen Tag oder auch längerfristig für die ganze Woche bzw. einen gesamten Monat. Das funktioniert mit bestimmten Tools wie Trello wunderbar, ich mache es aber meistens ganz einfach auf die altmodische Art mit Block und Bleistift. Nicht nur, dass das Durchstreichen für ein gutes Gefühl sorgt und euch motiviert, ihr könnt euch euren Tag auch gleichzeitig besser einteilen. Wichtige oder schwierige Aufgaben erledigt ihr am besten zuerst, alles andere kann nach und nach abgearbeitet werden. Ärgert euch nicht, wenn ihr mal nicht alle Punkte an einem Tag durchstreichen könnt. Der nächste wird dafür sicher wieder umso produktiver.

5. Isoliert euch nicht

Auch wenn ich zum Arbeiten auf der einen Seite meine Ruhe brauche, so ist Input auf der anderen Seite genauso wichtig. Zum Beispiel, um informiert zu bleiben oder um immer wieder auf neue Ideen zu stoßen. Bleibt also mit anderen Menschen in Kontakt, auch wenn ihr im Homeoffice ansonsten für euch seid. Trefft euch mit Freunden oder Kollegen zum Mittagessen, vereinbart Meetings mit Kunden oder greift ganz einfach mal zum Telefonhörer anstatt immer nur Mails zu schreiben. Gerade in Berlin gibt es für fast jede Branche regelmäßig interessante Veranstaltungen, bei denen man nicht nur Erfahrungen austauschen, sondern auch Kontakte knüpfen kann – Stichwort Networking. Wobei wir wieder am Anfang wären: Anstatt in einem beliebigen Team zu arbeiten, könnt ihr euch auf diese Weise ganz genau aussuchen, mit wem ihr euch umgeben und in welcher Gemeinschaft ihr euch bewegen wollt – und vielleicht springen am Ende sogar ein paar gemeinsame Projekte dabei heraus.

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Tipps für mehr Effizienz im Homeoffice

4 Kommentare

  1. Ich finde es tatsächlich schwierig mein Homeoffice zu koordinieren und mich nicht durch etwas ablenken zu lassen. Schließlich hat man niemanden im Nacken, der kontrolliert wie lange man wirklich effektiv arbeitet. Finde daher deinen Beitrag richtig gut und besonders To Do Listen sind ein guter Tipp.

    Liebe Grüße, Milli
    (http://www.millilovesfashion.de)

  2. Hallo Sonja,

    interessanter Beitrag.
    Als ich damals in einem Unternehmen tätig war und wegen Schnee, Kinder, defektes Fahrzeug, zwischenzeitlich im Homeoffice gearbeitet habe.
    Fiel es mir nicht immer leicht „am Ball zu bleiben“.
    Man war schnell abgelenkt und dachte ein dritter Kaffee auf der Couch würde nicht schaden.
    Doch als ich Selbstständig wurde und Anfing von zuhause zu arbeiten, musste ich mich echt am Riemen reißen und ein guter Tagesablauf gehört dazu.

    Es ist auch ein Teil von Routine würde ich sagen, denn mittlerweile funktioniert alles prima.

    Gruß

    Jens

    • Hallo Jens,
      ja, das mit der Ablenkung kenne ich nur zu gut (: Aber du hast recht, die Routine macht es dann zum Glück irgendwann..
      Liebe Grüße
      Sonja

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