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Penang // 6 Tipps für deine Reise nach George Town

Outfit mit Rock in Kek Lok Si auf Penang

Etwas über einen Monat sind wir jetzt schon zurück in Deutschland und es kommt mir vor wie eine halbe Ewigkeit. Vermutlich liegt es daran, dass sich der Winter in diesem Jahr wie Kaugummi zieht und der Frühling immer nur mal von weitem kurz winkt, um dann gleich wieder hinter der nächsten Ecke zu verschwinden. Hach ja, wie ich es schon jetzt vermisse, mit den Füßen im flachen Wasser zu stehen, mit Sand zwischen den Zehen und Salz in den Haaren. Unglaublich, wie lang es schon wieder her ist, dass wir auf unserer Reise zum ersten Mal aufs Meer geschaut haben – nämlich Anfang Januar auf Penang. Während mir Kuala Lumpur als erste Station in Malaysia leider gar nicht so recht gefallen wollte, habe ich mich in die schöne Insel direkt ein klitzekleines bisschen verliebt. Möglicherweise geht es euch ja ganz genauso? Zum Beispiel mit diesen Tipps für George Town und Umgebung …

Schlafen im Hotel Cheong Fatt Tze

Vielleicht erinnert ihr euch noch an mein erstes Outfit von der Reise oder besser gesagt die wunderschöne Kulisse, in der wir die Fotos geschossen haben? Das war im Cheong Fatt Tze Mansion, einem traditionell chinesischem Herrenhaus, das man an seiner indigofarbenen Fassade schon von weitem erkennt. Es wurde im späten 19. Jahrhundert von dem gleichnamigen chinesischen Einwanderer gebaut, nach dessen Tode es allerdings über viele Jahre hinweg verfiel. Erst in den 1990er Jahren wurde das Anwesen von einem Architekten wiederentdeckt, gekauft und anschließend aufwändig restauriert. Mittlerweile ist es also zum Glück wieder für Besucher zugänglich und 2008 wurde "The Blue Mansion" sogar zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Jeden Tag gibt es zwei Führungen (auf Englisch und Chinesisch) durch das wunderschöne Gebäude, aber nicht nur das: Auch schlafen lässt es sich dort wunderbar, und zwar nach alter Feng-Shui-Manier.

Wendeltreppe im Cheong Fatt Tzse Blue Mansion Hotel

Wendeltreppe im Cheong Ftt Tze Blue Mansion

Die Zimmer sind recht schlicht und minimalistisch, aber sehr geschmackvoll eingerichtet. Dunkles Holz trifft auf weiße Wände und vereinzelte Accessoires. Mit seinen 16 liebevoll gestalteten Zimmerchen zählt das Cheong Fatt Tze eindeutig zu den schönsten, wenn auch einfachsten Boutique-Hotels der Stadt (für alle Badenixen: Es gibt keinen Pool!). Dafür ist das Frühstück super lecker und man fühlt sich gleich ein wenig in der Zeit zurückversetzt, wenn man sich zum Essen in den historischen Innenhof setzt. Auch das hoteleigene Restaurant soll sehr gut sein, wir haben es diesmal aber leider nicht ausprobiert. Das Haus liegt am Rande der Altstadt von George Town, die man von dort aus wunderbar zu Fuß erreichen kann. Auch das Meer mit dem berühmten Fort Conwallis ist nicht weit weg. 

Zimmer im Cheong Fatt Tze Blue Mansion Hotel

Innenhof vom Cheong Fatt Tze Blue Mansion Hotel

Kulinarische Vielfalt auf dem Food Market 

Auf der Suche nach etwas Essbarem, sind wir gleich am ersten Abend auf den großen Food Market gestoßen, der sich praktischerweise direkt nebem dem Hotel befindet. Am Eingang wird man herzlich empfangen, zu einem freien Tisch geleitet und hat dann die Qual der Wahl: Hier gibt es Streetfood-Köstlichkeiten aus fast allen asiatischen Ländern – von Dim Sum über Sushi bis hin zu Pho oder traditionell malayischer Küche. Glücklicherweise sind die einzelnen Gerichte recht günstig, sodass man viele verschiedene Stände ausprobieren kann – allerdings sind die Portionen ziemlich groß, hier ist also Teilen angesagt. Zu späterer Stunde gibt es außerdem fast täglich ein musikalisches Programm, das irgendwo zwischen Alleinunterhaltern am Keyboard oder Ladyboy Shows ebenfalls sehr asiatisch ausfällt. Ihr findet das Red Garden Food Paradise & Night Market zwischen dem Cheong Fatt Tze und dem Schokoladenmuseum. 

Stände im Red Garden Food Paradise + Night Market in George Town auf Penang

Tische im Red Garden Food Paradise + Night Market in George Town auf Penang

Food Market in George Town auf Penang

Little India und Chinatown besuchen

Genau wie Kuala Lumpur macht auch George Town vor allem die kulturelle Vielfalt so interessant. Little India und Chinatown liegen hier nur einen Steinwurf voneinander entfernt, beim Hindurchgehen fühlt man sich aber wie in andere Welten versetzt. Während in Little India vor allem das Gewusel auf den Straßen, laute Musik und ganze Duftschwaden von Gewürzen auffallen, sind es in Chinatown die Clanhäuser und Tempel sowie Streetfood-Stände. Apropos: Das Essen solltet ihr unbedingt in beiden Vierteln versuchen, am besten dort, wo auch viele Einheimische schmausen. So haben wir die vermutlich besten Dumplings der Stadt und authentische indische Küche gefunden (ja, auch dort wird mit der Hand gegessen, muss man aber nicht …). Vor allem in den Mao-Tempeln waren die Leute übrigens sehr aufgeschlossen und baten uns immer freundlich herein, auch wenn die Kleidung mal nicht Schultern und Knie bedeckt hat. Wer keine Lust hat, alles zu Fuß zu erkunden, der kann sich von einem der freundlichen Rikscha-Fahrer von Station zu Station bringen lassen. 

Mao Tempel in George Town auf Penang

Tempel in George Town auf Penang

Hauseingang in Chinatown in George Town auf Penang

Café in Little India in George Town auf Penang

Indisches Restaurant in George Town auf Penang

Auf den Spuren der Streetart-Künstler

Man würde es nicht vermuten, aber das Zentrum von George Town ist voller kleiner und großer Streetart-Kunstwerke. Das Ganze begann mit dem Projekt "Mirrors", das 2012 vom litauischen Künstler Ernest Zacharevic im Rahmen des George Town Festivals ins Leben gerufen wurde. Szenen aus dem Alltag wurden dabei nicht nur auf die Wände gemalt, sondern mit Gebrauchsgegenständen wie Stühlen, Fahrrädern und Co. kombiniert, die man gerne auch benutzen darf – eine der beliebtesten Fotokulissen unter den Touristen. Mittlerweile gibt es Kunstwerke an über 20 verschiedenen Orten der Stadt und es kommen regelmäßig mehr hinzu. Eine Karte mit allen Bildern könnt ihr euch zum Beispiel hier online herunterladen und euch direkt mit dem Smartphone auf die Spuren der Künstler begeben. Ernest Zacharevic lebt mittlerweile übrigens ebenfalls auf Penang. 

Street Art mit Fahrrad in George Town auf Penang

Street Art mit Street Food in George Town auf Penang

Street Art mit Tänzern in George Town auf Penang

Street Art in George Town auf Penang

Street Art in George Town auf Penang

Besuch bei den Clan Jetties

In George Town gibt es nicht nur zahlreiche prunkvolle Clan-Häuser, sondern als Gegenentwurf ebenfalls die berühmten Clan Jetties. Die Bewohner leben hier auf Landungsstegen direkt auf dem Wasser und ihr Alltag wird immer noch vom Meer bestimmt, auch wenn es mittlerweile Strom und fließendes Wasser gibt. Ursprünglich sind die schwimmenden Dörfer im 19. Jahrhundert entstanden, damit chinesische Arbeiter den Handelsschiffen vor der Küste beim Be- und Entladen helfen konnten. Verschiedene Clans teilten sich dieses Geschäft untereinander auf und so wurden auch die Reviere auf dem Wasser abgesteckt. Nach und nach wuchsen die Clans und Familien und somit musste auch mehr Platz her. Es wurden neue Häuser errichtet, die untereinander durch Stege verbunden waren. Auch heute leben die Menschen hier noch im Einklang mit dem Wasser, sogar Tempel und Schreine wurden auf den Stegen errichtet. Die größten Jetties ragen bis zu 200 Meter ins Meer hinaus und haben pro Clan bis zu 75 Gebäude. Die Landungsstege kann man täglich besuchen und der Eintritt ist frei.  

Clan Jetties in George Town auf Penang bei Ebbe

Gang bei den Clan Jetties in George Town auf Penang

Häuser der Clan Jetties in George Town auf Penang

Auf dem Steg bei den Clan Jetties in George Town auf Penang

Ausflug nach Penang Hill und Kek Lok Si

Wenn ihr auf Penang seid, solltet ihr euch unbedingt einen Tag Zeit für einen Ausflug nach Penang Hill und die Tempelanlage Kek Lok Si nehmen. Mit dem Taxi kommt man problemlos zu beiden Stationen, ohne dafür ein kleines Vermögen auszugeben. Auch Tagestouren können direkt gebucht werden, sind meistens aber ein bisschen teurer. Penang Hill ist mit seiner Höhe von 830 Metern von fast überall auf der Insel sichtbar. Mit einer Standseilbahn kann man hinauffahren und von oben den spektakulären Blick genießen. Direkt am Ausgang der Seilbahn gibt es einen recht neuen Skywalk mit verschiedenen Aussichtsplattformen. Bei einem kleinen Spaziergang findet man außerdem verschiedene Tempelchen, historische Relikte und ein Eulenmuseum. Die Wanderer unter euch können den Gipfel übrigens auch zu Fuß erklimmen. 

Waggon der Standseilbahn am Penang Hill

Strecke der Standseilbahn nach Penang Hill

Ausblick vom Penang Hill

Blick vom Penang Hill auf das Meer

Kek Lok Si – den Tempel der größten Seeligkeit – fand ich besonders beeindruckend, weil es mir dort viel noch größer vorkam, als in jeder Tempelanlage in Bangkok. Neben zahlreichen Pagoden und Gebetshallen gibt es hier auch eine knapp 40 Meter hohe Bronzestatue der Göttin Kuan Yin, die ich vergleichbar nur vor den Batu Caves bei Kuala Lumpur gesehen habe. Doch damit nicht genug: Zwischen 2005 und 2009 wurde zum Schutz der sowieso schon riesigen Statue noch eine Kuppel mit etwa 60 Metern Höhe erbaut. Kuan Yin ist die Göttin der Barmherzigkeit und wird im ostasiatischen Buddhismus als weiblicher Bodhisattva verehrt. Imposant fand ich außerdem die Pagode der 10.000 Buddhas, denn hier ist der Name tatsächlich Programm. Besonders toll muss es in der Anlage zum Chinese New Year sein, wenn die Tempelanlage in Abertausenden Lichtern erstrahlt. Leider haben wir nur die Vorbereitungen gesehen, aber dafür komme ich gerne wieder! 

Kuan Yin Statue mit Kuppel, Kek Lok Si auf Penang

Kuan Yin Statue, Kek Lok Si auf Penang

Lampions im Kek Lok Si Tempel auf Penang

Pagode der 10.000 Buddhas in Kek Lok Si auf Penang

Blick auf die Pagode der 10.000 Buddhas, Kek Lok Si auf Penang

Ausblick von Kek Lok Si auf Penang

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Collage mit Fotos zu den besten Tipps zu George Town auf Penang

4 Kommentare

  1. Hallo Sonja,

    Da hast du aber wirklich sehr schöne Bilder geschossen und die Stadt toll eingefangen :-).
    George Town hat mir auch richtig gut gefallen, und dass ihr in dem Hotel Cheong Fatt Tze genächtigt habt macht mich glatt ein wenig neidisch ;-).
    Ich selbst habe das Haus nur im Rahmen einer Tour besichtigt und fand es wirklich schön.

    Beste Grüße,
    Marie

  2. Wow das sieht ja wirklich wundervoll aus *_* Da bekomme ich gleich wieder richtig Fernweh!!
    Ich war noch nie Penang, aber ab jetzt steht es definitiv auch auf meiner Bucket List.
    Danke für all die atemberaubenden Bilder
    Hab einen wundervollen Sonntagabend
    Liebste Grüße
    Sassi

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