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What To Watch // Diese Serien solltest Du gesehen haben – The Sopranos

Titelbild Serie "The Sopranos"

Weiter geht's mit meinem kleinen Serien-Guide. Nachdem ich euch beim letzten mal Twin Peaks vorgestellt habe, folgt heute gleich der nächste Knaller, ein mindestens genau so gutes und einflussreiches Stück TV-Geschichte und noch dazu eines meiner liebsten: Die Sopranos. Andere Zeit, anderes Genre, aber ebenso fesselnd und beeindruckend. Nicht umsonst heimste die Serie über die Jahre hinweg 21 Emmys und 5 Golden Globes ein, das muss man erst mal schaffen. Doch immer der Reihe nach. 

Die Sopranos, das sind so welche, mit denen könnte ich den lieben langen Tag verbringen. Morgens mit Carmela einen Kaffee an der Küchentheke trinken, danach mit Tony durch New Jersey fahren und schauen, was so los ist, später Oma Livia und Onkel Junior einen Besuch abstatten. Ihr merkt schon, man schließt die Charaktere ziemlich schnell ins Herz, sogar und vielleicht noch mehr die Jungs von "La Cosa Nostra", Sil, Paulie und Christopher, denn eigentlich sind die Sopranos eine Mafia-Serie, nur eben anders verpackt. 

Das liegt wahrscheinlich am Einstieg, denn gleich zu Anfang erfährt der geneigte Zuschauer, dass Mafiaboss Tony Soprano eine Psychiaterin besucht, sich über kleine Entenbabies in seinem Swimmingpool freut und eigentlich ein ganz netter Kerl zu sein scheint. In Wirklichkeit ist er das natürlich nicht, aber wer kann einem so symphatischen und überragend spielenden James Gandolfini – er ruhe in Frieden – schon böse sein, selbst wenn er regelmäßig seine Frau betrügt und eine Menge Leute auf dem Gewissen hat? Ich jedenfalls nicht.

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Die Serie hat insgesamt sechs Staffeln, die zwischen 1999 und 2007 ausgestrahlt wurden – natürlich, wie könnte es auch anders sein, auf HBO. Auf Wikipedia kann man nachlesen, wie der Co-Präsident des Senders sich daran erinnert, als Regisseur David Chase und Produzent Brad Grey die Sopranos bei ihnen vorgestellt haben: "Sie kamen rein und sagten 'Hier ist die Idee: Ein 40-Jähriger Mann, am Wendepunkt seines Lebens, Aufruhr in der Ehe, Aufruhr in seinem Beruf, steht vor der Aufgabe, Teenager in der modernen Gesellschaft aufzuziehen – der ganze Druck eines jeden Mannes seiner Generation. Der einzige Unterschied ist, er ist der Mafiaboss des nördlichen New Jerseys. Ach ja, er geht zum Seelenklempner.'"

Der Fokus liegt also nicht (nur) auf dem Geschäft, was dem Ganzen trotz mafiösem Leitmotiv ein wenig den Hauch einer Seifenoper verleiht – mit jeder Menge Affären, pubertierenden Kindern und Freunden, die in der Tinte stecken – eben allem, was zwischenmenschlich so dazugehört und einen manchmal zum Lachen bringt, manchmal aber auch zum Weinen. Nicht nur Tonys mentales Problem, vor allem seine Arbeit verleiht dem Plot dabei genau die richtige Portion Ernsthaftigkeit, Dramatik und Spannung, die die Serie so außergewöhnlich macht.

Ganz groß sind auch die immer wieder auftauchenden und mehr oder weniger subtilen Zitate bedeutender Mafiaklassiker. Während Sil öfter mal aus dem "Paten" zitiert, ist die Serie vor allem auch durch "Goodfellas" beeinflusst, was nicht zuletzt am Cast erkennbar ist: Lorraine Bracco, Michael Imperioli, Frank Vincent und Tony Sirico – sie alle spielten bereits Seite an Seite im berühmten Mafia-Drama von Martin Scorsese. Meine Lieblingsfigur neben Tony ist allerdings Silvio Dante, gespielt von Steven Van Zandt, der mit seiner schrulligen Art und der vorgeschobenen Unterlippe einfach unersetzlich ist. Kleiner Tipp: Lilyhammer – in der norwegisch-US-amerikanischen Mafiaserie ist Steven Van Zandt in der Hauptrolle zu sehen. Unbedingt anschauen!

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Eigentlich gibt es nur eine Sache, die ich an den Sopranos nicht mag, und zwar das Ende. Daran scheiden sich aber auch die Geister – die einen lieben es, die anderen hassen es – bei uns im Freundeskreis gab es jedenfalls schon viele Abende, an denen über diese Lösung heiß duskutiert wurde. Auf welcher Seite Du wohl stehst? Finde es raus!

The Sopranos Intro from Fran on Vimeo.

Titelbild via Wikimedia

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